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Reisebericht Bangkok Teil 1
 

Allgemeine Informationen zu Bangkok

„Stadt der Engel, größte aller Städte, unsterbliches, wertvolles Juwel, überaus mächtig, altehrwürdig, neunfach mit Juwelen geschmückte himmlische Stadt“, so lautet nun der vollständige neue Name Bangkoks. Der König, die höchste religiöse und politische Macht des Landes, setzte damit eine dynamische Entwicklung in Gang, die bis heute anhält.

Die Stadt hat ihre eigene Dynamik. Bangkok gilt nicht ganz zu unrecht als "der größte Parkplatz der Welt". Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autos in der Stadt soll 6 km/h betragen.
 

Rush-Hour in Bangkonk

Bangkok bei Nacht

Autoverkehr in Bangkok bei Nacht

Bangkok, einst das „Dorf der Oliven“,  war lange Zeit nichts anderes als eine kleine Ansiedlung aus Holzhäusern. Erst 1782, vor über 220 Jahren, trat in der Entwicklung der heutigen Weltstadt eine völlige Wende ein, als das Dorf zur Königsstadt erhoben wurde. Wo heute nur noch Ruinen das Interesse der Touristen erwecken, erstreckte sich seit 1350 die Königsstadt des Siamesischen Reiches – Ayutthaya . Sie wurde durch einen Burmeseneinfall zerstört und nach dem Tod von König Taksin im Jahre 17982 übernahm General Chakri die Macht und wählte Bangkok aus politischen und militärischen Gründen zum Regierungssitz.

Schutz vor militärischen Übergriffen bot die über 7 km lange, 3,50 m hohe und 1,80 m dicke Stadtmauer. Heute befinden sich davon nur noch kleine Reste. Allein der Stadtgraben, der Klong Bang Lam Phu, lässt inmitten des Häusermeeres noch die ehemalige Stadtumgrenzung erkennen.
 

Panoramabild Bangkok

Bangkok

Monument in Bangkok

Vor dem 2. Weltkrieg war Bangkok insgesamt eine grüne Stadt, so erfuhren wir auf der Fahrt zu unserem Hotel von unserem Reiseleiter. Erst später hätten sich die Geschäfts- und Bürohäuser immer mehr in die Gartenlandschaft hineingefressen. Heute würden in Bangkok weit über 5 Millionen Menschen leben und während der Trockenzeit kämen noch zwischen 500 000 und 1 000 000 beschäftigungslose Landarbeiter hinzu.
 

Bangkok

Bangkok

An jeder Straßenkreuzung war das Bild des Königs der Thais zu sehen. Er galt hier noch in vielerlei Hinsicht als Symbol der Macht und des Staates. Sein Portrait hängt auch in jedem Haus, selbst in den armseligsten Hütten der einfachen Bauern, erzählte uns der Reiseführer. Kein Thailänder käme auf die Idee Kritik am König oder der Institution Monarchie zu äußern. Höchstens im Ausland lebende Thais täten dies schon mal. Aber selbst das geschehe nur hinter vorgehaltener Hand. Wenn ein Thai (ganz egal welcher sozialen Schicht oder politischen Richtung er angehört) z.B. ins Kino geht und am Ende jeder Filmvorstellung der König auf der Leinwand zu sehen ist, würde er niemals daran denken nicht aufzustehen oder gar den Saal vorher zu verlassen.

Am Palast des Königs

Hier geht es zum Palast des Koenigs

Fluß am Palast des Königs

Wache am Palast des Königs

Tempelanlage am Chao Phya

Bangkok bei Nacht

Klima

In Bangkok sollte in klimatischer Hinsicht nicht der gewohnte Rhythmus von kalten und warmen Jahreszeiten, von Winter und Sommer erwartet werden, sondern man sollte sich auf den Wechsel von regenreichen und regenarmen Monaten, von Regen- und Trockenzeit einstellen.

Warm ist es immer, selbst am Morgen zeigt das Thermometer während der >kühleren< Monate November bis Februar nahezu 20° C oder mehr, und im Laufe des Tages steigt die Temperatur auf über 30° C an. Während der heißen Monate April, Mai und Juni wird die Hitze zur Mittagszeit mit über 40° C im Schatten nahezu unerträglich. Nur der ersehnte Monsumregen, der im Mai einsetzt, bringt erfrischende Linderung. Die Niederschläge, die vom Meer kommend langsam nach Norden wandern, nehmen Monat für Monat an Intensität zu, bis im September ein Maximum erreicht wird. Dann geht über dem Land in einem Monat so viel Regen nieder wie in Mitteleuropa in einem halben Jahr. 

Der Menam Chao Phya mit Hochwasser

Stöhnte zuvor ganz Bangkok unter der feucht-schwülen Hitze, so werden nun plötzlich auftretende Überschwemmungen zum Stadtgespräch. Katastrophenartige Ausmaße nimmt das Hochwasser allerdings erst in den Monaten Oktober/November an, wenn durch die unglückliche Kombination von steigender Flut und heftigen Regenfällen Bangkok buchstäblich unter Wasser steht. Doch die Bevölkerung, vor allem die auf dem Land, fürchtet weniger die Überflutungen als die Trockenheit. Die Reisfelder benötigen große Wassermengen, und wenn die Staudämme im April fast leer sind, drohen in Bangkok Stromausfälle. 

Reisfelder mit Unterständen für die Pause bei der Arbeit im Feld

Selbst während der Regenzeit gießt es allerdings nicht ununterbrochen. Der „Behördenregen“, wie er genannt wird, fällt meist recht pünktlich gegen vier Uhr nachmittags zum Büroschluss, dann aber mit einer solchen Intensität, dass die Straßen zehn Zentimeter tief unter Wasser stehen. Nach einer Stunde klart der Himmel auf, und die Sonne beherrscht wieder das Bild. Ein Regenschutz ist in diesem Klima kaum notwendig, selbst einen tropischen Gewitterguss empfindet man bei den herrschenden, hohen Temperaturen als angenehm. Die Thais benutzen einen Schirm, der aber eher vor der starken Sonneneinstrahlung als vor dem niedergehenden Nass schützen soll. 

Bangkok Stadt Victory Monument

Allgemeine Informationen zum Verhalten in Thailand/Bangkok

Die Thailänder pflegen im sozialen Umgang mit ihren Mitmenschen eine wohlüberlegte Sorgfalt, die nicht nur für das bekannte Zeremoniell der Begrüßung gilt. Aber glücklicherweise sind die Einheimischen den Ausländern gegenüber tolerant, sehen über unabsichtlich begangene Fehler gern mit einem „Mai Pen Rai“ (Macht doch nichts) hinweg.

An Charme nicht zu überbieten ist das Grußzeremoniell der Thais. Dabei werden die Hände flach wie zu einer Andacht gefaltet, der Kopf leicht nach von gesenkt und ein freundliches Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Die Haltung der Hände signalisiert etwas über die soziale Stellung oder das Alter des Gegenübers. Führt man die Hände zusätzlich an die Stirnhöhe oder darüber, so ist dies eine besondere Respektbezeugung.

Unter allen Umständen sollte man vermeiden, in ländlichen Gebieten einen Thai am Kopf zu berühren, denn dieser gilt als Sitz der geistig-menschlichen Würde. Er ist Sitz der Seele und somit der heiligste Teil des Körpers. Selbst ein liebevoll gemeintes Streicheln über das Oberhaupt eines Kindes bewirkt oft das Gegenteil. Auch sollte man eigentlich niemals auf den Kopf eines anderen „herabsehen“, was sich von den normalerweise hochgewachsenen Europäern nicht immer vermeiden lässt. Man darf einen Thai niemals am Kopf berühren, da dies derer Sitz der Seele ist und somit als heiligster Teil des Körpers gilt. Der Fuß dagegen ist schmutzig, unwürdig und deshalb auch beleidigend! Sogar das im Westen übliche Übereinanderschlagen der Beine wird allenfalls in der Verborgenheit unter dem Tisch toleriert. Denn schließlich könnte die Sohle ja aus Versehen auf das Gegenüber zeigen. In größeren Städten kann man mit diesen Gepflogenheiten ruhig etwas gelassener verfahren.

Vor dem Betreten des Andachtsraumes eines Tempels oder Wohnraumes eines Privathauses ist es Sitte, die Schuhe auszuziehen. Bei einem Besuch von religiösen Stätten sollte bei der Kleidung und im Benehmen die gleiche Umsicht wie in anderen Ländern geboten sein. Auch buddhistische Mönche, Buddhastatuen und andere religiöse Symbole sollten mit dem gebührenden Respekt behandelt werden. Zudem ist es dringend angeraten, jede kritische Bemerkung über das hoch angesehene Königshaus zu vermeiden. Die Thais sind ein sehr höfliches, zurückhaltendes, und überaus freundliches Volk. Deshalb sollten Touristen auch nie ihren Ärger zeigen und auch bei Auseinandersetzungen ruhig und höflich bleiben, eben ein thailändisches  „Jai Yen“ (kühles Herz) an den Tag legen.

Uschi in Strümpfe vor dem Tempel des goldenen Buddha

Es mag für uns unglaublich klingen, aber Zärtlichkeiten sind zwischen Mann und Frau in Gegenwart an derer - auch wenn es die eigenen Kinder sind - nicht üblich. Selbst bei verliebten Jungen Pärchen ist es nicht üblich in der Öffentlichkeit Händchen zu halten. Auch ist es für Thailändische Männer nicht denkbar Frauen in der Öffentlichkeit den Hof zu machen. Alleinreisende weibliche Touristen müssen deshalb nicht befürchten permanent von einheimischen Männern angesprochen zu werden.

Der Buddhismus in Thailand – Das Rad der Lehre

Kurz nach Sonnenaufgang erscheinen die ersten Mönche vor den Tempeln und beginnen ihren Rundgang durch die Straßen der Stadt. Vor den Häusern warten viele Frauen mit einer Portion Reis auf die in safrangelben Gewänder gekleideten Mönche, die das Essen für sich und ihre Mitbrüder im Kloster entgegennehmen. Die Gläubigen legen wortlos die Gaben in die Schalen der Mönche und bedanken sich, denn durch das Spenden der Opfergaben erwerben sie sich für ihr zukünftiges Leben besondere Verdienste. Die Mönche kehren dann in ihre Klöster zurück und verbringen den Rest des Tages mit Unterrichtungen und Gebeten.

Für jeden männlichen Thai stellt ein zeitlich befristeter Aufenthalt im Kloster einen unverzichtbaren Lebensabschnitt dar. Das Leben der Menschen wird vom Buddhismus geprägt, zu dem sich über 90% der Bevölkerung bekennen und die Staatsreligion in Thailand ist.

Rad des Lebens

Klosterschule im Wat Po

Links Kloserschule im Wat Po

Rechts Kloserschule im Wat Po

Bereits um 200 v.Chr. sandte der indische Herrscher Ashoke die ersten buddhistischen Mönche in das „Goldland“ im Osten, um die Lehre des Erleuchteten zu verkünden. Zu jener Zeit beeinflusste der Brahmanismus das Mon-Reich. Der Buddhismus ist eine tolerante Religion und so ließen sich die brahmanistischen und animistischen Elemente widerspruchslos mit der neuen Religion verbinden. 

Buddhistische Mönche

Dem Elefanten über den Po streichen soll Glück bringen

Unter der Obhut der Könige, die gleichzeitig als religiöse und politische Oberhäupter des Landes fungierten, entfaltete sich der Buddhismus während der Herrschaft des Ayutthaya-Reiches zu machtvoller Größe. Der größte Teil der religiösen Schriften verbrannte, als die Tempelanlagen Ayutthayas von den Burmesen zerstört und geplündert wurden. Doch man führte die religiöse Tradition in Bangkok fort und errichtete neue Tempel. Selbst die thailändischen Könige verbrachten einige Zeit ihres Lebens im Kloster. König Rama IV. studierte als Mönch 27 Jahre lang Pali-Schriften und das Klosterleben. Nach seinen Erfahrungen hatte sich die Praxis des buddhistischen Lebens der damaligen Zeit schon weit von der eigentlichen buddhistischen Lehre entfernt, und so gründete er eine neue, strengere Sekte, die auf dem Mon-Buddhismus basierte. Die Thammayut-Sekte, der etwa 700 Tempel in Thailand zuzuordnen sind, blieb allerdings klein. Die Mehrheit der Bevölkerung gehörte weiterhin der Hinayana-Richtung an.

Geisterhäuser oder Chao Thi

Den meisten Besuchern von Bangkok fallen die kleinen, manchmal palastartigen Häuschen, die sich beinahe auf jedem Privatgrundstück finden, kaum auf. Dabei sind die Chao Thi , wie die Thai die Geisterhäuschen nennen, immer in Augenhöhe an einem exponierten Platz aufgestellt. In den kleinen Häuschen wohnt der Hausgeist des jeweiligen Domizils, eine wichtige Persönlichkeit, deren Rat man bereits vor dem Hausbau einholen muß. Zuerst wird ein Platz für den Chao Thi gesucht. Dies kann kein Laie vornehmen, sondern nur ein Spezialist, der die alten Überlieferungen kennt.
 

Geisterhäuschen in Bangkok

Das Geisterhäuschen muß an einem astrologisch zu bestimmenden Tag aufgestellt werden, entweder nach Norden oder Süden blickend und darf niemals im Schatten eines Hauses stehen, sonst wird der Geist nicht einziehen und das kann dann böse Folgen für die Hausbewohner haben.

Will man also auf einem Grundstück ein neues Haus bauen, so ist es erforderlich, dem aus dem Boden des Bauplatzes vertriebenen Erdgeist ein neues Domizil anzubieten, damit er nicht mit den Menschen zusammen in dem neuen Haus wohnen muß. Daneben steht meist noch ein kleineres Häuschen für den Chao Phum, den Luftgeist.,

An der vorgesehenen Stelle wird ein Pfahl in den Boden gerammt und das kleineChao Thi darauf befestigt. Es besteht meist aus einem einzigen Raum mit einer äußeren Terrasse, auf die man die Geschenke für den Hausgeist legt. Aus Holz wird eine symbolische Statue geschnitzt und in das Häuschen gestellt. In der rechten Hand hält der Hausgeist ein Schwert, in der linken ein Buch. Man glaubt, dass der Tod eines Menschen, der unter dem Schutz des Geistes steht, in dem Buch vermerkt wird. Auf der Plattform der Geisterhäuschen stehen manchmal auch kleine Ton- oder Holzfiguren in Form einer Tänzerin, eines Elefanten oder eines Pferdes. Nachts und vor allen Dingen, wenn das Geisterhäuschen direkt an einer Straße steht, sind sie auch mit bunten Lichterketten geschmückt, die bei Dunkelheit aufblinken.

Zur Einweihung des Chao Thi stellt man einen Tisch davor, auf dem Essen, Früchte, Getränke, Kerzen, Räucherstäbchen und Blumen liegen. Dann zieht der Hausgeist ein, und mit dem Bau des eigenen Hauses kann begonnen werden. Später legt man jeden Abend Blumen, manchmal auch Räucherstäbchen und Kerzen auf die kleine Terrasse des Chao Thi. Einmal in der Woche, vor allem zu festlichen Gelegenheiten werden auch noch kleine Schälchen mit Essen und Trinken dazu gestellt, damit es den guten Geistern auch an Nichts mangelt. Diese Zeremonie kombiniert animistische, hinduistische und buddhistische Elemente.

Kommt ein Gast ins Haus, so muß er zuerst den Hausgeist um Erlaubnis und Schutz bitten. Tut er das nicht, werden ihn nachts schreckliche Träume quälen, und der Hausgeist sitzt auf seiner Brust und erschwert das Atmen. Wenn übrigens der Hausbesitzer sein Haus vergrößert oder sich ein Auto, einen Fernseher oder eine andere größere Anschaffung leisten kann, muß auch der Hausgeist davon profitieren. Dann wird ein größeres Chao Thi gebaut oder das alte aufgestockt – eine thailändische Variante der Hausratsversicherung.

Wenn ein Geisterhäuschen vernachlässigt wird, so wird der Hausgeist dafür sorgen, daß das auf dem Grundstück stehende Haus in den selben Zustand gerät. Wenn er gar sein vernachlässigtes Häuschen verläßt, so kann dies großes Unglück über die Hausbewohner bringen. Diese Geisterhäuser selber sind übrigens keineswegs ein buddhistischer Brauch, wie man glauben könnte. Sie sind brahmanischen Ursprungs und von den Thais vor vielen Jahren übernommen worden.

Donnerstag, 24. 10. 96

Morgen uns 9.25 Uhr starteten wir vom Flughafen in Hongkong nach Bangkok. Nach einem angenehmen Flug mit der Cathay Pacific (CX 713) landeten wir gegen 11.10 Uhr auf dem Don Muang Airport, dem internationalen Flughafen Bangkoks. Er ist eine der wichtigsten Drehscheiben im südostasiatischen Flugverkehr und eine der bedeutendsten Zwischenstationen auf dem Weg von Europa nach Australien.
 

Bangkok Stadt

Bangkok Stadt

Nun waren wir also in Bangkok angekommen. Sofort beim Öffnen der Ausgangstür des klimatisierten Flughafengebäudes wurde uns wieder bewußt, daß wir uns in einem tropischen Land mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit befanden. Aber das kannten wir ja schon von den anderen beiden Metropolen. Nachdem das Gepäck im Bus verstaut war, fuhren wir zu unserem Hotel, dem Royal Orchid Sheraton in der Captain Bush Lane. Es lag unmittelbar am Fluss mit Namen Menam Chao Phya. Die Fahrt durch die Stadt war wieder mal ein Erlebnis. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, als ich sah, dass hier die Polisten mit einem Mundschutz versehen, um ihre Arbeit gesundheitlich unbeschadet überstehen zu können, auf der Kreuzung standen und den Verkehr regelten. Überhaupt dachte ich, wir kämen niemals im Hotel an, so langsam bewegten sich die Fahrzeuge voran.

Verkehrspolizist mit Mundschutz.

Hotel Royal Orchard Sheraton

Silom Road Bangkok Hauptgeschäftsstrasse

Eingang zum Royal Orchard Sheraton

Wie gesagt, auf den ersten Blick präsentierte sich uns Bangkok überhaupt nicht als grüne Stadt. Parks hatten wir keine gesehen. Zwar waren ein paar Bäume an den größeren Straßen angepflanzt worden, aber nur mit mäßigem Erfolg. Der chaotische Straßenverkehr mit der damit verbundenen, extrem hohen Luftverschmutzung nahm fast jedem bisschen Grün die Überlebenschance. Doch man gibt sich in Bangkok unbekümmert – Fragen nach dem Grad der Luftverschmutzung und eventuellen Gegenmaßnahmen stoßen nur auf verständnisloses Lächeln.

Rezeption des Royal Orchard Sheraton

Hotel Royal Orchard Sheraton vom Fluss aus gesehen

Endlich waren wir an unserem Ziel angekommen. Das Hotel machte von außen schon einen sehr angenehmen Eindruck. Wir nahmen unsere Schlüssel (eigentlich waren es Chip-Karten) in Empfang und begaben uns in den 17. Stock. Von unserem  Zimmer hatten wir einen herrlichen Ausblick auf den Chao Phya.
 

Zimmer mit Blick auf den Chao Phya

Zimmer im Royal Orchard Sheraton

Nachdem wir ein paar Kleidungsstücke ausgepackt hatten trafen wir uns alle in der Empfangshalle. Der einheimische Reiseführer wartete schon auf uns im Bus. Wir fuhren zunächst zum Rose Garden. Er bestand aus einem gepflegten Parkgelände am Ufer des Tha Chin Flusses. Der Park wurde seinerzeit als Erholungsgebiet für die Bangkoker angelegt. Der Name Rose Garden leite sich vom benachbarten Dorf „Rosengarten“ ab. Anfangs gab es hier nur viele verschiedene Pflanzen, Blumen, später kamen ein Hotelbetrieb und eine Golfanlage dazu. Wir außen auf der Holzterrasse eines schönen Restaurants, direkt am Tha Chin Fluss und hatten einen herrlichen Blick auf das gegenüberliegende Ufer und die vorbeitreibenden Wasserhyazinthen.
 

Hotels am Menam Chaeo Phya

Restaurant im Rose Garden

Die Hauptattraktion für Touristen war das abgegrenzte „Thai-Village“. Hier konnte man Kunsthandwerke und Souvenirs kaufen, Elefanten füttern oder auf ihnen reiten und sich fotografieren lassen.

In einer großen Halle wurden uns (in Englisch) verschiedene Shows vorgeführt:

ein Fingernageltanz (Ein Tanz aus Nordthailand zur Begrüßung der Gäste)

Fingernageltanz

Fingernageltanz Rose Garden

Fingernageltanz Rose Garden

Fingernageltanz Rose Garden

ein Tanz aus dem Norden (es wurden verschiedene Tänze aus der ärmsten Region des Königreiches vorgeführt)

Tanz Rose Garden

eine Hochzeitszeremonie (Die aufwendige Feier fand im Haus der Braut statt. Dem Brautpaar wurden die verschiedensten Geschenke überreicht. Anschließend knieten sie vor dem Hausaltar nieder und wurden gesegnet)
 

Vorführung Hochzeitszeremonie

Der Priester weiht das Ehepaar

Thai-Show-Boxen (eine kurze Vorführung eines thailändischen Boxkampfes mit vielen spaßigen Einlagen)

Thaiboxen Rose Garden

Thaiboxen Rose Garden

Thaiboxen Rose Garden

ein Schwerttanz (es sollte einen traditionellen Zweikampf nachstellen, bei dem Männer und Frauen beteiligt sind und im wahrsten Sinne des Wortes die ‚Funken flogen’)

Schwertkamp Rose Garden

Kampf Rose Garden

Kala-Tanz (ein Tanz aus Südthailand mit Kokosschalen als Musikuntermalung)

Vorführung im Rose Garden

Vorführung im Rose Garden

Bambus-Tanz (Männer und Frauen tanzen artistisch zwischen Bambusstangen, die rhythmisch gegeneinander geschlagen werden. Der Tanz stammt aus Nordthailand).

zum Schluss der Vorführungen wurde uns auf dem Gelände noch eine Show mit den Elefanten vorgeführt.

Rose Garden - Elefanten

Rose Garden - Elefanten

Rose Garden - Elefanten

Wieder im Bus ging die Fahrt weiter Richtung Damnan Saduak wo wir zu den  einzigen noch aktiven schwimmenden Märkten in Thailand wollten. Auf einem Parkplatz stiegen wir aus dem Bus und  dann in Motorboote, die uns mit rasender Geschwindigkeit (und viel Krach) durch die Marktstrasse und die angrenzenden Khlongs fuhren. Wir erlebten das Marktgeschehen hautnah.
 

Reisegruppe kommt bei den schwimmenden Maerkten an

Zu einer Zeit, als es in Thailand noch kein Straßennetz gab stellten die weitverzweigten Klongs die einzigen Transportwege im Mündungsgebiet des Menam Chao Phya dar. Frisches Obst und Gemüse wurde von den Bauern schon vor Sonnenaufgang direkt vom Feld in die Städte gebracht. Überall entstanden schwimmende Märkte, wo man die Früchte vom Boot aus verkaufte, so auch im Stadtteil Thonburi.
 

Wassertaxis, Longtailboote

Zwiebelverkauf auf schwimmenden Booten

Die schwimmenden Märkte konnte auch der Bau von Straßen nicht verdrängen. Aber als lärmende, schnelle Motorboote durch die Kanäle rasten, als das aufgewühlte, schmutzige Wasser der Klongs über Gemüseberge und in Suppentöpfe schwappte, begannen die paddelnden Marktfrauen sich zurückzuziehen. Seitdem empfiehlt das Touristenbüro den Besuch des Marktes in Damnan Saduak.

Schwimmende Märkte von Damnoen Saduak

Schwimmende Maerkte von Damnoen Saduak

Händler bieten ihre Waren an

Schon vor Sonnenaufgang strömen die beladenen Boote mit Bergen von Kohl, Mangos, Durian, Ananas und anderen exotischen Früchten zum Markt. Es wird gefeilscht, gekauft und getauscht. Das Geschrei der Händlerinnen, wenn sie ihre Waren anpreisen oder der hinter Blumen versteckten Nachbarin über Berge von Knoblauch hinweg verhandeln, kann man bis zu den hölzernen Stegen an dem Ufer der Klongs hören. Schwimmende Garküchen versorgen hungrige Marktfrauen und Kunden mit kleinen, warmen Mahlzeiten. Auf dem Klong herrscht ein buntes Treiben. Es ist kaum zu glauben, dass sich die Boote in dem dichten Gewimmel überhaupt noch bewegen können, doch die Frauen manövrieren die kleinen Gefährte sehr geschickt mit ihren Paddeln in jede neu entstehende Lücke. Der Markt ist die Domäne der Frauen, nur Fleisch wird von den Männern verkauft. Um sich vor der prallen Morgensonne zu schützen, tragen die Händlerinnen breite, helle Sonnenhüte und eine dunkelblaue, langärmelige Bluse. Im bunten Vielerlei exotischer Früchte vermitteln diese Farben ein einheitliches Bild.

Alle wollen verkaufen auf den schwimmenden Märkten

An den schwimmenden Märkten

Man bekommt auch zu Essen bei den schwimmenden Märkten

Anschließend fuhren wir wieder zu einem Jademarkt. Es handelte sich bei diesem Markt um  ein großes Zelt, in dem es sehr viele schöne Schmuckstücke aus Jade und anderen Edelsteinen zu sehen und auch zu kaufen gab. Ich kaufte gleich 3 Paar Ohrringe: ein paar Hänger und Stecker mit.  und ein paar Stecker mit einem hellgrünen Jadestein.

Als wir wieder im Hotel angekommen waren, fuhren wir mit einem Tuktuk zum Vergnügungsviertel Pat Pong. Die Tuktuks, wie die kleinen, dreirädrigen Allroundgefährten in Bangkok genannt werden, knattern lautstark und stinkend durch Bangkoks Straßen. Mit den umgebauten Motorrollern werden Körbe voller Gemüse zum Markt transportiert, und ganze Familien mit mehreren Kindern fahren darin nach Hause. Eigentlich sollten sie nach den Plänen des Verkehrsministeriums schon vor Jahren von den Straßen verschwinden, um die extrem hohe Umweltbelastung zu verringern. Massive Proteste verhinderten dies, den die kleinen Fahrzeuge kosten nur etwa die Hälfte einer Taxe und sie somit ein preisgünstiges Transportmittel für kürzere Strecken.
 

Tuk Tuk in Bangkok

Zu  Essen gibt es an den Garküchen

Auf dem berüchtigten Nachtmarkt inPat Pong gab es die zahlreichsten Fälschungen von Markenartikeln aller Art, wie z.B. Uhren von Cartier oder Rollex, Handtaschen von Armani. Sobald man auch nur das leiseste Interesse an einer Ware zeigte, wich der Verkäufer einem nicht mehr von der Seite. Ja, man wurde regelrecht bedrängt doch eines (am besten gleich mehrere) dieser „wunderbaren“ Sachen zu kaufen  - natürlich nicht ohne zu feilschen. Wenn man dann trotzdem kein Interesse zeigte und weiter ging, konnte es passieren, dass der Verkäufer einem noch einige Meter hinterher lief und mit seinem Preis weiter runterging. Zeigte man immer noch kein Interesse bekam man ein paar Beschimpfungen hinter gerufen.

Schmuckverkauf auf dem Pat Pong Nachtmarkt

Pat Pong am Tage

Pat Pong bei Nacht

Ich fand es etwas komisch und mir war auch mulmig zumute, als wir anschließend die Strasse mit den Nachtbars hinuntergingen. An jeder Tür standen Männer und animierten die Leute zum Hereinkommen. Die Türen zu den Bars waren weit geöffnet und man konnte einen Blick auf die halbnackten thailändischen Mädchen werfen. Die Animateure hielt es auch nicht ab, meinen Mann in die Bar zu locken, obwohl wir beide Arm in Arm die Strasse entlang gingen.

Am Ende der Strasse angekommen riefen wir uns wieder ein Tuktuk, welches uns in rasender Fahrt zum Hotel zurückbrachte. Als es vor dem Hotel hielt, musste ich innerlich etwas über diesen seltsamen Anblick, den wir wohl boten, lachen. Normalerweise hätten wir mit einem, für meine Begriffe „richtigem“ Taxi vor dem Fünf-Sterne-Hotel ankommen sollen und nicht mit so einem Gefährt. Aber es hat viel Spaß gemacht. 

Tuk Tuks in Bangkok

Hier gehts weiter ........... Reisebericht Bangkok Teil 2

 

 

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