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Angelerlebnisse 2011 Teil 2
Pfingsturlaub in Dahme an der Ostsee Wer nicht ins Wasser geht, der kann auch keine Hornhechte fangen! 11
.06.2011 bis 24.06 2011
Ich habe mich auf die Zeit in Dahme schon so lange gefreut, doch als der Urlaub näher rückte wurde ich etwas traurig. Nun hatten wir schon Mitte Juni, d.h. es war schon wieder fast ein halbes Jahr rum. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Und wie schnell das Leben
überhaupt. Immer wieder denke ich an meine Schwester, vermisse sie sehr. Als sie noch lebte hatten wir Pläne geschmiedet, wie wir unser
späteres Rentendasein wohl gestalten würden. Für mich stand fest, dass ich meine Freizeit, die ich dann hoffentlich in Massen hatte,
irgendwo am Wasser verbringen würde. Vielleicht ein paar Monate an einem Fluss und ein paar weitere Monate am Meer. „Wenn ihr am
Meer seid, dann komme ich mit“, meinte meine Schwester. „Ich angel zwar nicht selber, aber ich schaue euch so gerne dabei zu. Und ich
würde sogar mit euch im Boot mitfahren. Dann könnt ihr euch ganz aufs Angeln konzentriere und ich filme und fotografiere euch dabei.“
Und Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt. Nur der Himmel weiß, was einem irgendwann erwartet und wann das Dasein auf Erden ein Ende hat.
Ich riss mich aus meinen etwas düsteren Gedanken und widmete mich wieder dem Kofferpacken. Was sollte ich einpacken? Was würde
ich an Kleidung brauchen? Würde es in den 14 Tagen kalt, warm oder vielleicht sogar heiß werden? Lieber etwas mehr einpacken als zu wenig.
Allein schon die Bekleidung, die ich fürs Angeln brauchte nahm eine Reisetasche in Anspruch. Watjacke, Anorak, dicke und dünne
Pullover, T-Shirts, Weste, Bootsstiefel, festes Schuhwerk, Schirmmütze, Stirnband, dicke Socken und vieles mehr.
Ich habe mir angewöhnt, dass ich, wenn ich ans Wasser gehe, den sogenannten „Zwiebellook“ trage. Lieber etwas mehr anziehen und wenn es dann warm wird, ein paar Kleidungsstücke ausziehen.
Als Achim mich fragte, ob ich dieses Mal meine Wathose mitnehmen wolle, meinte ich: „Na klar! Jetzt traue ich mich wieder ins Wasser.
Ist ja schon 3 Jahre her, dass ich reingefallen bin. Und so kalt wird das Wasser hoffentlich nicht mehr sein.“
Ach ja, ich wollte mir doch einen Watstock besorgen, aber vielleicht könnte ich ja einen meiner Walkingstöcke mitnehmen. Das müsste doch gehen. Ich überlegte nicht lange und legte ihn zu den Gepäckstücken.
Die ganze Woche vor unserem Urlaub setzten mir wieder mal starke Rückenschmerzen zu. Am Donnerstagmorgen kam ich kaum aus dem
Bett und so fuhr ich nicht ins Büro sondern zu meinen Hausarzt. Der untersuchte mich kurz und meinte dann, dass es ein Hexenschuss sei.
Das war schon der zweite in diesem Jahr! „Ich gebe ihnen erst einmal eine Spritze und verschreibe ihnen ein muskelentspannendes
Medikament. Das kennen Sie ja schon. Dann schreibe ich sie bis nächstes Wochenende krank.“
Ich antwortete: „Spritze geben und Medikamente verschreiben ist okay. Aber krankschreiben geht nicht. Ich fahre Samstagmorgen an die Ostsee. Egal wie es mir dann geht!“
„Nun gut. Wie Sie wollen. Aber dann bleiben Sie heute und morgen vom Büro weg. Und wenn die Schmerzen bis Samstag noch nicht
besser geworden sind, dann gehen Sie dort zum Arzt und lassen sich eine weitere Spritze geben“ gab mein Arzt mir zur Antwort. „Und
überanstrengen Sie sich nicht beim Angeln. Das werden Sie doch wieder an der Ostsee tun oder irre ich mich?“
„Na ja, nicht jeden Tag. Spaziergehen werden wir auch. Aber ab und zu vom Strand aus Angeln werden wir schon tun. Und für zwei Tage haben wir ein Boot gemietet“ antwortete ich.
Am nächsten Tag ging es mir trotz der Spritze noch kein bisschen besser. Ich holte mir aus der Apotheke eine neue Packung Therma Care
Umschläge. Wärme konnte ich am Besten ab. Und manchmal halfen diese Umschläge auch. Als Achim Freitagabend vom Büro nach Hause kam konnte ich ihm beim Einladen des Gepäcks nicht helfen. „Lass bloß die Finger von
den Sachen! Das mache ich schon.“ sagte er zu mir, als er sah, dass ich mich nach einer Reisetasche bücken wollte. Ich kam mir total
bescheuert vor. Er, der gerade einen 9-Stunden-Bürotag hinter sich hatte, musste nun auch noch hier alles alleine machen.
„Das ist ganz lieb von dir. Dafür lade ich dich gleich in den Sander-Imbiss zum Essen ein. Der Kühlschrank ist nämlich leer geräumt“, sagte ich zu ihm.
Den ganzen Freitag war ich furchtbar nervös. Ich konnte mich nicht richtig entspannen,
was für meinen Rücken eigentlich richtiger gewesen wäre. Kaum hatte ich mich hingelegt, stand ich auch schon wieder. Selbst auf den
neuen Krimi, den ich mir einen Tag vorher gekauft hatte und der sehr fesselnd geschrieben war, konnte ich mich nicht konzentrieren. Und das alles, weil es am anderen Morgen nach Dahme ging.
Ob ich wohl etwas fangen würde? Wie wohl die Bootsfahrt wird? Haben wir mit dem Wind etwas Glück oder fällt die Bootsfahrt sogar aus, weil Sturm angesagt ist? Tausende solcher dummen Fragen gingen mir durch den Kopf.
Vor einiger Zeit hatte ich Facebook „entdeckt“ und nun gab ich schon seit einiger Zeit meinen Kommentar zu allen möglichen Dingen ab,
die ich interessant finde. Manche Seiten sind auch wirklich toll, andere kann man knicken. Vor allen Dingen interessiert mich alles, was mit
Angeln zu tun hat. Unter vielen Seiten finde ich auch die von Cormoran gut. Dort fand ich einen Hinweis auf neue tolle Wobbler. Ich fragte
nach, welche man mir fürs Schleppen auf Dorsch und Meerforelle empfehlen könnte und bekam prompt eine Antwort. Sogleich kopierte
ich mir verschiedene Modelle raus, die ich mir an Ort und Stelle, d.h. entweder in Neustadt oder in Heiligenhafen, ansehen und dann vielleicht kaufen wollte.
Samstag (11.06.)
Morgens um 4 Uhr klingelte der Wecker. Eine unchristliche Zeit fand ich, aber da für das Wochenende viel Verkehr auf den Straßen
angekündigt war, wollten wir so früh wie möglich losfahren. Letztendlich wurde es dann aber doch 5.30 Uhr.
Als ich auf dem Balkon stand um mir das Wetter anzusehen war ich zufrieden. Angenehm mild und trocken war es. Doch als ich wieder aus der Dusche kam hatte es zu regnen angefangen.
„Auch das noch! Gut, dass wir das meiste Gepäck schon im Auto haben“, ging es mir durch den Kopf. Doch der Regen dauerte nicht lange. Nach einigen Minuten war er wieder vorbei.
Wir hätten ca. 15 Minuten eher starten können, aber mir passierte noch ein Missgeschick. Ich hatte die Thermoskanne für die Fahrt schon
zur Hälfte mit Kaffee gefüllt und wollte gerade den Rest nachgießen, als mir die Thermoskanne umfiel. Nicht nur der Küchenboden war
voller Kaffee, auch meine Kleidung, die ich mir am Abend extra für die Reise zurechtgelegt hatte, hatte etwas abbekommen.
Ich fluchte, weil ich mich komplett umziehen musste. Die meisten Sachen lagen natürlich in den Reisetaschen, so dass es eine Zeit dauerte,
bis ich etwas anderes zum Anziehen fand. Und natürlich musste die Schweinerei in der Küche beseitigt werden, was ebenfalls einige Zeit in Anspruch nahm.
„Was ist das denn? Fängst du damit jetzt schon zu Beginn der Reise an? Letztes Mal hast du den Kaffee erst ausgegossen als wir wieder zuhause waren“, meinte Achim als er sah, was mir passiert war.
„Ach, lass mich in Ruhe. Hol einen Aufwischer und hilf mir“, antwortete ich stinksauer. Als wir endlich im Auto saßen und losfuhren hatte ich mich wieder eingekriegt.
Kurz nach Herford fing es heftig zu regnen an. Erst als wir Hannover hinter uns gelassen hatten hörte der Regen auf. Die Autobahn war
verhältnismäßig leer und wir kamen gut voran. Als wir hinter Hamburg waren machten wir eine kleine Pause. Dann ging es weiter. Gegen 8
.30 Uhr verließen wir bei Lensahn die A 7. Achim hielt ein Stückchen weiter am Straßenrand an und fragte bei Köster nach, wann wir
wohl in die Ferienwohnung könnten. „Dieses Mal können Sie etwas eher rein“, sagte Herr Köster. „Die Gäste vor ihnen fahren gleich. Um
13 Uhr müsste die Wohnung beziehbar sein.“ Bis dahin hatten wir noch 4 ½ Stunden Zeit. Was tun? „Schatz, lass uns doch nach Neustadt fahren. Dort frühstücken wir und kaufen uns schon mal ein paar Wattwürmer.“
Achim antwortete: „Da hätten wir anders fahren müssen. Und außerdem mach nicht gleich wieder Hektik. Oder willst du heute Abend schon an den Strand zum Angeln?“
„Nein, dass nicht. Aber morgen vielleicht“ antwortete ich. „Wozu brauchst du überhaupt Wattwürmer? Wir haben doch Sardinen zum Angeln mitgenommen.“
Ich hatte zwar die ganze Fahrt von Oerlinghausen nach Dahme gegähnt und fühlte mich noch nicht richtig fit, aber ich wollte keine Gelegenheit zum Angeln verpassen.
Als Achim merkte, dass ich über seine Antwort nicht gerade begeistert war, meinte er, dass wir erst einmal nach Kellenhusen fahren und
dann dort in einem Cafe frühstücken sollten. Die Idee gefiel mir auch gut. Also fuhren wir nach Kellenhusen.
Es wehte nur ein leichter Wind und die Sonne schien vom strahlend blauen Himmel. Wir setzten uns auf die Terrasse eines Cafes und
frühstückten erst einmal ausgiebig. Dann rief ich Heike an. Sie und Grischa waren schon am Donnerstag nach Dahme gefahren. Heike
stand gerade beim Bäcker und holte Brötchen, als ich mit ihr sprach. „Kommt doch nachher zu uns, wenn ihr noch nicht in die Wohnung könnt“, meinte sie.
Das war ein guter Gedanke. Ich freute mich schon darauf unseren kleinen Sonnenschein in den Arm zu nehmen. Doch zuerst gingen wir auf
die Strandpromenade wo wir uns auf eine Bank setzten und die Sonne genossen. Wie es der Zufall wollte lag die Bank direkt neben dem
Geschäft, wo ich mir schon mehrere Hosen kauft hatte. Dieses Mal wollte ich mir eine weiße kaufen. Ich probierte zwei Hosen an, aber
irgendwie gefielen sie mir doch nicht. Dafür sprachen mich all die anderen schönen bunten Kleidungsstücke an, die draußen auf den
Ständern hingen. Ich kaufte mir ein blaues T-Shirt und einer Fleecejacke in der gleichen Farbe. Außerdem – es sollte ja schönes warmes
Wetter werden – kaufte ich noch eine kurze dunkelblaue Jerseyhose für den Strand.
Als ich wieder aus dem Laden kam grinste Achim mich an und sagte:„So schnell wie dieses Mal hast du dir ja noch nie Sachen gekauft. Wir sind noch nicht einmal in der Wohnung, da kommst du schon mit einer Tüte an.“
„Das hatte ich ja gar nicht geplant. Aber wenn wir schon mal hier sind…“ Immer wieder schaute ich auf die Uhr, aber irgendwie wollte die Zeit einfach nicht vergehen. Gegen 11 Uhr fuhren wir nach Dahme und
hielten an der Villa Wolkenlos an, wo Heike und Grischa eine Ferienwohnung gemietet hatten.
Alle waren draußen auf der Terrasse. Nike, unser kleiner Sonnenschein, strahlte mich an, als ich sie auf den Arm nahm. Auch sie fühlte sich in der neuen Umgebung sehr wohl.
Irgendwie war ich immer noch nicht richtig wach oder aber schon wieder müde. Ich wollte so schnell wie möglich die Ferienwohnung beziehen und mich dann ein wenig schlafen legen.
Aber es dauerte noch bis kurz nach 13 Uhr bis wir in die Ferienwohnung konnten.
Sofort machte ich mich ans Auspacken. Ich stellte fest, dass ich wieder viel zu viele Klamotten mitgenommen hatte. Wer das sah konnte
meinen ich wollte hier Monate verbringen! Aber so ist das nun mal. Zuhause beim Einpacken weiß ich ja nicht was ich im Urlaub anziehen
möchte. Und so wandern nach und nach immer mehr Kleidungsstücke in die Reisetaschen bis ich zuletzt gar nicht mehr weiß, was ich schon eingepackt habe.
Als alles ausgepackt war fuhren wir nach Grube in den Supermarkt um erst einmal das Nötigste einzukaufen.
Nachdem wir eine Kleinigkeit gegessen hatten beschlossen wir uns ein Stündchen aufs Ohr zu legen. Als ich wieder wach wurde war es
schon 19.30 Uhr. Ich hatte volle 3 Stunden geschlafen! Achim lag neben mir im Bett und war immer noch am Schlafen. Leise weckte ich ihn. „Schatz, komm werde wach. Es ist schon spät.“
Wir zogen uns an und gingen zur Strandpromenade. So richtig großen Hunger hatte ich gar nicht, doch als wir uns im KumLuk Matjesfilet
nach Hausfrauenart bestellten hatte ich meinen Teller schneller leer gegessen als ich es selber vermutet hätte.
Auf dem Rückweg vom KumLuk gingen wir kurz auf die Seebrücke, wo mehrere Angler ihre Ruten aufgebaut hatten. Die
Angelbedingungen waren jedoch relativ schlecht. Die See war total ruhig, es wehte kein Wind und es war zum Fangen auch noch viel zu
hell. Die Platten und Dorsche kommen erst bei Einbruch der Dunkelheit ans Ufer. Im Sommer kann das schon mal – wie nach Wetterlage – bis Mitternacht dauern.
Es handelte sich bei den Anglern ausschließlich um Touristen, wie man am „Geschirr“ sehen konnte. Einige hatten ihre langen, schweren
Brandungsruten ans Brückengeländer gestellt. Ein anderer hatte seine zwei Ruten durchs Geländer durchgesteckt. Ich hätte zu gerne
gesehen, wie er bei einem Biss reagiert hätte. Ein Anschlagen war so überhaupt nicht möglich. Typische Freizeitangler, dachte ich.
Pfingsten sind in Dahme immer Oldie Tage. Auch dieses Mal fand es auf den Nystedplatz statt.
Nachdem wir von der Brücke runter waren gesellten wir uns zu den Menschenmassen, die der Band zuhörten. Wir bestellten uns ein
Hefebier, dass wir relativ schnell austranken. Dann gingen wir zurück zur Wohnung. Es war zwar gerade erst 22 Uhr und ich hatte ja
schon 3 Stunden geschlafen, doch ich fühlte mich immer noch so müde und schlapp, so dass ich sofort ins Bett ging.
Sonntag (12.06.)
Morgens um 6 ist die Welt noch in Ordnung. Und ich fühlte mich ausgeruht und fit. Ich ging auf die Terrasse und genoss die herrliche Ruhe
. Was für eine Wohltat! Zwischen dem Gezwitscher der Vögel hörte ich den Ruf eines Kuckucks. Ansonsten war es absolut still. Am
Himmel waren ein paar Wolken zu sehen. Doch ab und zu kam die Sonne zum Vorschein. Ich hoffte, dass es ein schöner Tag werden würde. Aber eine Stunde später war die Sonne weg und es fing zu regnen an.
Als Achim aufgestanden war sagte er mir, dass er gleich an den Strand zum Hornhechtangeln gehen wollte. Ich war überrascht. Der
Gedanke, gleich in die Wathose zu steigen und ins kalte Ostseewasser zu gehen gefiel mir noch nicht besonders. Und außerdem mag ich es
nicht, wenn sich viele fremde Menschen am Strand aufhalten, und mir zuschauen, wovon an diesem Pfingstsonntag auszugehen war.
Ich zögerte bis zuletzt und meinte dann: „Na gut. Vielleicht gehe ich mit rein. Aber nur, wenn nicht so viele Leute draußen am Strand rumlaufen. Und wenn das Wasser nicht zu kalt ist.“
Als wir zum Taucherparkplatz kamen sah ich schon von Weitem die vielen Autos, die dort geparkt hatten. Etliche Taucher waren am
Strand und im Wasser und wie erwartet lagen auch einige Schlauchboote am Strand, die nach und nach ins Wasser gezogen wurden. „Ja,
Bootfahren, das würde mir jetzt auch Spaß machen. Aber mit der Wathose ins Wasser gehen…. Nein, dazu hatte ich keinen Bock“
überlegte ich. Obwohl, die Bedingungen waren ganz gut. Es war Ebbe und die See war fast glatt. Kein Windchen wehte. Achim sah mir
wohl an, dass ich zum Watangeln immer noch nicht so richtig in Stimmung war und meinte deshalb: „Ich gehe erst einmal alleine ins Wasser
. Mal sehen, ob überhaupt Hornhechte da sind. Wenn du dann später nachkommen willst ist das auch okay.“
Ich blieb am Ufer sitzen und machte ein paar Fotos wie Achim ins Wasser ging. Als er auf der Sandbank war schaute ich ihm beim Angeln
zu. Immer wieder warf er die Wasserkugel mit dem Fischfetzen am Haken über die nächste Sandbank. Aber es ging kein Hornhecht an den Haken. Und auch von einer Meerforelle war weit und breit nichts zu sehen.
Achim angelte nun schon über eine halbe Stunde als ich Heike anrief und sie fragte, ob sie und Grischa nicht Lust hätten zum Strand zu
kommen um mir etwas Gesellschaft zu leisten. Sie sagte zu. Es dauerte bis 12.30 Uhr, dann kamen alle vier: Heike, Grischa, Nike und
auch Asterix. Nike fand es aufregend mit ihren kleinen Händen den Sand zu fühlen. Am liebsten hätte sie ihn auch probiert, aber das durfte sie natürlich nicht.
Nach 1 ½ Stunden im Wasser ging Achim endlich ein Hornhecht an den Haken. Er versuchte es noch weitere 30 Minuten bis er zurück an den Strand kam. Es war wohl durch die Taucher im Wasser zu unruhig.
Als Nike zu quengeln anfing machten sich die Vier auf den Weg zurück zu ihrer Ferienwohnung. Achim ging kurz darauf wieder ins
Wasser. Während Achim am Strand stand waren 3 weitere Watangler gekommen. Sie standen weiter rechts von ihm und hofften ebenfalls einen Hornhecht zu fangen.
Es war inzwischen sehr warm geworden. Die Sonne schien vom strahlend blauen Himmel und der Strand füllte sich immer mehr mit Leuten.
Ich schaute zwei Hunden beim Baden zu. Als wieder nach Achim sah bemerkte ich, dass er einen Fisch am Haken hatte. Doch statt ihn zu
landen holte er die Kamera, eine Panasonic DMC-TZ7 mit Unterwassergehäuse aus seiner Brusttasche, ließ sie ins Wasser und filmte den Hornhecht einige Minuten lang.
Auch mit dem zweiten und dritten Hornhecht verhielt er sich genau so. Leider sind die letzten beiden Filme aus irgendwelchen Gründen
nichts geworden, wie wir abends feststellten. Aber auf den ersten ist sehr schön zu sehen, wie der Hornhecht mit dem Köder im Maul durchs Wasser schwimmt.
Abends waren wir bei Grischa und Heike zum Grillen eingeladen. Wir verließen um 16.45 Uhr den Strand um rechtzeitig bei ihnen zu sein.
Als wir in der Wohnung waren versorgten wir erst einmal die Hornhechte, d.h. wir machten sie zum Einfrieren fertig. Familie Köster hatte uns, wie schon letztes Jahr, in ihrer Gefriertruhe ein Fach frei gehalten.
Wir verbrachten einen netten Abend mit Heike und Grischa, blieben jedoch nur bis 22 Uhr, da ich hundemüde war.
Montag (13.06.)
Die Sonne schien vom blauen Himmel als ich gegen 6 Uhr aufstand. Ich setzte mich mit einer Tasse Kaffee auf die Terrasse und hörte dem
Gesang der Vögel zu. Über das Feld hoppelte wieder ein Hase. Vielleicht der gleiche, den ich schon tags zuvor gesehen hatte? Zum
Fotografieren war er aber zu weit weg. Auch der Ruf des Kuckucks war wieder zu hören. Ach, was für ein herrlicher Tag!
Die Fleecejacke, die ich mir in Kellenhusen gekauft hatte, gefiel mir zwar gut, aber ich konnte sie nicht anziehen, denn sie stank furchtbar.
Achim meinte, der Stoff wäre aus gebrauchten Plastikflaschen hergestellt. Ich hatte sie gleich am ersten Tag zum Lüften nach Draußen
gehangen, aber der Geruch war immer noch nicht verschwunden. Vielleicht, so überlegte ich, verging der Geruch ja, wenn sie gewaschen war. Aber sicher war das nicht.
Wenn der Geruch nicht verging musste ich sie schweren Herzens wieder zurück bringen. So konnte ich sie auf keinen Fall tragen.
Erst am Morgen hatten wir die Möglichkeit die gefangenen Hornhechte einzufrieren, denn am Abend zuvor waren Kösters nicht zuhause
gewesen. Auch unsere Kühlakkus legten wir in die Truhe. Diese mussten zwar abends wieder rausgeholt werden, denn sie sollten am
anderen Tag mit aufs Boot. Obwohl… die Aussichten Dorsche zu fangen waren wohl nicht so gut. So schrieben jedenfalls einige Angler im
Anglerboard. Wir würden ja sehen. Wir hatten schon manchmal sehr gut gefangen, während die anderen um uns herum fast leer ausgingen.
Gegen Mittag setzten wir uns ins Auto und fuhren nach Neustadt, wo das Neustädter Fischeramt wieder sein beliebtes Bratheringsfest
veranstaltete. Wir kamen bis kurz hinter das Ortseingangsschild, dann ging es nicht weiter. Eine lange Schlange von Pkws, die alle in oder durch die Stadt wollten, kam nur häppchenweise voran.
Nach 15 Minuten waren wir kaum weiter gekommen. Achim hatte keine Lust länger im Stau zu sehen und sagte, dass wir lieber umdrehen
sollten: „Das kann noch eine Stunde und länger dauern, bis wir am Hafen sind. Und dann haben wir immer noch keinen Parkplatz. Ich würde mich lieber im Dahme an den Strand legen, als hier im Stau zu stehen.“
„Okay. Dann dreh um und fahr zurück.“ Auf dem Rückweg kauften ein Pfund Erdbeeren und ein Kilo Spargel, den wir abends zubereiten wollten.
Wieder in Dahme stellten wir unser Auto am Ferienhaus ab, packte die Badetasche und gingen an den Strand. Zuerst aßen wir ein
Fischbrötchen bevor wir uns einen Platz am Wasser suchten. Die Sonne schien warm und kaum lag ich auf der Decke, da schlief ich auch
schon ein. Durch das Gekreische der Kinder um uns herum wurde ich jedoch alsbald wieder wach. Achim hatte sich seine Badehose
angezogen und stiefelte ins Wasser. Er ging jedoch nicht ganz rein sondern machte nur die Beine und Arme nass. Ich blieb lieber auf der
Decke sitzen. Hinter uns hatte eine Frau mit ihrem Enkelkind einen Strandkorb gemietet, den sie uns später, als sie ging, anbot. Sie sagte:
„Wenn Sie möchten können Sie sich in unseren Strandkorb setzen. Wir reisen ab. Den Schlüssel habe ich schon zurück gegeben, aber der Strandkorb ist bis heute Abend bezahlt.“
Dankend nahmen wir das Angebot an. Achim wurde es im Strandkorb zu warm und er ging erneut ins Wasser. Dieses Mal schwamm er
sogar ein paar Minuten bevor er erfrischt wieder aus dem Wasser kam. „Geh doch auch mal rein. Es ist herrlich, wenn man erst mal drin
ist.“ Nein, danke. Mir war das Wasser noch viel zu kalt. Und auch die Tagestemperatur war nicht so heiß, dass ich mich abkühlen musste.
Wir blieben bis kurz nach 16 Uhr. Während Achim unsere Angelsachen für die Bootstour an nächsten Tag zusammen stellte schälte ich schon einmal den Spargel.
Als Achim wieder in die Wohnung kam sagte er zu mir: „Morgen kannst du nur mit 2 Ruten angeln.“
Erstaunt fragte ich ihn: „Wieso? Warum darf ich wieder nur 2 Ruten mit aufs Boot nehmen?“ „Weil du nur zwei mitgenommen hast.“ „Das kann nicht sein. Ich habe 6 Ruten mitgenommen.“
„Ja, aber nur 2 zum Bootsangeln. Statt der Multitip hast du die Norwegenrute eingepackt.“ Verdammt! Die wollte ich doch gar nicht mit nach Dahme nehmen. Dann musste die Multitip noch zuhause stehen.
Wir aßen zum irischen Wildlachs, den ich ein paar Tage vorher bei Facebook von „Lachs und Meer“ gewonnen und den wir mit nach
Dahme genommen hatte, den Spargel. Der Lachs schmeckte einfach köstlich! Und auch der Spargel war lecker.
Dienstag (14.06.) Seit wir in Dahme waren hatte es keinen Tropfen geregnet, aber als ich gegen 5 Uhr aufstand war die Terrasse nass und es tröpfelte leise vom Himmel.
Irgendwie war es schon komisch, denn immer wenn wir nach Neustadt zum Bootsfahren fuhren regnete es.
Auch auf der Fahrt nach Neustadt regnete es streckenweise. Doch als wir um 6.45 Uhr im Hafen ankamen hatte der Regen nachgelassen.
Wir hatten fürs Angeln 75 Wattwürmer bestellt, doch der Inhaber vom Angeltreff meinte, dass die Dorsche darauf zurzeit nicht so richtig
stehen würden. „Am Wochenende haben Angler beim Schleppen mit Kunstköder 60 Dorsche gefangen.“ Das hörte sich ja ganz gut an.
Aber ich wollte lieber auf Grund angeln als schleppen. Nun, wir würden ja sehen was besser ging.
Am anderen Tag erfuhren wir durch das Anglerforum, dass die 60 Dorsche, von denen der Inhaber vom Angeltreff erzählt hatte, von mehreren Anglern in einem Boot gefangen wurden. Und zwar innerhalb von 3 Tagen!
An diesem Morgen fuhr außer uns nur noch ein Boot raus. „Herrlich! Wir haben die ganze Neustädter Bucht für uns alleine“ sagte ich zu
Achim. „Da brauchen wir nicht ständig auf andere Boote aufpassen, wenn wir uns treiben lassen.“ „Das stimmt. Aber worauf wir heute besonders achten müssen sind die vielen Netze und Reusen um uns herum.“
Tatsächlich. Jetzt sah ich es auch. Rund um die Küste hatten Fischer ihre Netze gespannt. Wenn der Wind von der anderen Richtung
gekommen wäre, hätten wir Probleme gehabt. Aber da der Wind vom Land kam, wir also rausdrifteten, war es nicht so tragisch.
Wir verließen den Hafen und fuhren an eine Stelle die 18 m tief war. Obwohl auf den Echolot nichts zu sehen war probierten wir es dort
trotzdem auf Grund mit Wattwurm. Ich wählte ein Dorschvorfach und ein Blei von 120 g. Auf beide Haken steckte ich einen Watwurm
und ließ den Köder auf den Grund. Das hieß es warten auf das, was da kommt. Oder auch nicht. Als sich ca. 15 Minuten lang nichts tat fuhren wir die Strecke die wir gekommen waren wieder zurück.
„Ich probiere es jetzt einmal mit schleppen“, meinte Achim. „Wenn sich etwas tun sollte, dann kannst du deine Rute ja auch noch auswerfen.“
Damit war ich einverstanden. Achim fuhr eine ganze Weile mit reduzierter Geschwindigkeit. Als Köder hatte er einen bunten tieflaufenden
Wobbler gewählt. Aber alle Mühe war umsonst, es tat sich absolut nichts. Auch das Echolot zeigte keine Fische an. Nach einer Stunde
vergeblichen Schleppens fuhren wir Richtung Untiefentonne um dort unser Glück zu versuchen. Früher hatten wir dort immer ganz gut gefangen, aber an diesem Tag passierte auch dort nichts. Keine Fische weit und breit!
Achim hatte gleich zu Beginn die Strecke, die wir mit dem Boot abfuhren, mit der Android App “OruxMaps” aufgezeichnet um sie später nachvollziehen zu können.
„Lass uns nicht so tief fischen und es lieber näher am Strand versuchen“, meinte ich. „Vielleicht stehen die Fische ja dort.“
Wir fuhren die Strecke zurück und drehten dann um Richtung Campingplatz Südstrand.
Während der Fahrt steckte ich schon einmal frische Watwürmer auf die lange Wurmnadel. So hatten wir immer gleich welche parat, falls
es einmal Schlag auf Schlag gehen sollte. Ganz leicht war es nicht bei der Schaukelei, aber ich hatte inzwischen schon Übung.
Es war 11 Uhr und wir aßen gerade ein Würstchen als Heike anrief. Sie fragte: „Na, seid ihr draußen? Und habt ihr schon was gefangen?“
„Klar sind wir schon draußen. Wir sind kurz nach 7 Uhr rausgefahren“, antwortete ich. „Aber es tut sich absolut nichts. Du wolltest uns doch die Daumen drücken.“
Heike antwortete: „Mach ich auch. Wie lange bleibt ihr heute denn draußen?“ Ich antwortet: „Na, ich schätze mal bis 14 Uhr auf jeden Fall.“ „Gut, dann drücke ich euch bis 15 Uhr die Daumen.“
Achim startete den Motor und fuhr wieder los. Dieses Mal fuhren wir bis auf eine Tiefe von 6 m zurück und ließen uns erneut treiben. Wir
waren bis auf 10 m Tiefe gedriftet, als Achim eine Meldung bekam. „Ich habe einen dran!“
„Geil!“ rief ich ihm zu. „Endlich tut sich was. Warte ein bisschen. Ich hole nur schnell den Fotoapparat aus dem Rucksack um den Drill zu filmen.“ Anschließend machte ich noch ein paar Fotos von Achim.
So ganz nebenbei schaute ich auf meine Rute. Eine Zeitlang tat sich nicht, doch plötzlich sah ich wie die Spitze sich zum Wasser bog. Mein
Herz machte einen freudigen Sprung. „Uschi hat auch einen dran!“ rief ich Achim zu. In mir kam wieder Hoffnung auf, dass der Knoten endlich geplatzt war und die Fische nun bissen. Während Achim meinen Dorsch vom
Haken befreite, schaute ich zu seiner Rute. Plötzlich sah ich, dass sich die Spitze seiner Rute ebenfalls zum Wasser bog. „Schatz, beeil dich. Du hast noch einen Biss.“
„Ich kann ja nicht. Ich muss ja den Haken von deinem Fisch abmachen.“ Als er den Fisch endlich vom Haken befreit hatte nahm Achim seine Rute hoch. Er merkte sofort, dass es sich um ein etwas größeres
Exemplar handelte, dass da am Haken hing. „Entweder ist es ein großer oder es hängen zwei dran.“ Wenig später sahen wir die Bescherung: Es war ein schöner großer Dorsch, der mindestens 65 cm hatte!
Sofort ergriff mich wieder das Angelfieber: „Lass uns an die gleiche Stelle zurückfahren. Da sind bestimmt noch mehr Fische.“
Wir drehten wieder um und fuhren an den gleichen Platz, doch der Dorschschwarm war weiter gezogen. Keiner wollte mehr unsere Wattwürmer. Es war zum Heulen!
Kurz bevor wir die Ruten reinholen wollten bemerkte Achim einen Zupfer an seiner Rute. Gespannt schaute er auf seine Rutenspitze. Dann
war es wieder ruhig. Einen Moment später zitterte die Spitze erneut um gleich darauf wieder ruhig zu sein. Was war das? Sollte sich doch noch etwas tun?
Achim wartete eine Weile, dann nahm er die Rute auf und holte die Montage rein. Er stutzte und sagte: „Da ist was dran. Aber ich kann dir nicht genau sagen was. Kann auch Kraut sein.“
Wenig später sahen wir das „Kraut“: Eine dicke Platte hing am Haken. Als Achim sie an Bord hieven wollte hatte sie sich vom Haken
befreit und verschwand sie in den Tiefen der Ostsee. Achim fluchte: „Mist! Das war so eine schöne große. Hat wohl nicht richtig gehakt.“
Ja, das war wirklich ärgerlich. So eine große Platte hatten wir noch nie gefangen. Und ausgerechnet die musste vom Haken abgehen! Wir
warteten noch ein paar Minuten und als sich nichts weiter tat fuhren wir weiter. „Wollen wir noch einmal an die gleiche Stelle fahren oder sollen wir aufhören?“ fragte Achim.
Aufhören? Was für eine dumme Frage. Natürlich nicht! Ich hatte mich doch so sehr auf die Bootsfahrt gefreut und wollte natürlich auch Fische fangen.
„Wir können es ja jetzt mal auf Plattfische probieren. Die Dorsche scheinen weg zu sein. Ich steuere mal die Stelle an, wo wir immer gut
gefangen haben“, beeilte sich Achim zu sagen, als er mein ungläubiges Gesicht sah. Er warf den Motor an und steuerte auf die Stelle zu, von der er sprach. Als wir unsere Köder wieder ins Wasser ließen wartete ich
gespannt auf einen Biss. Es musste sich doch endlich einmal etwas tun! Wo waren bloß die Fische? In mir machte sich nicht nur
Enttäuschung sondern auch eine leichte Wut breit. Alle paar Minuten wechselte ich den Köder aus, in der Hoffnung endlich wenigstens einen Plattfisch an den Haken zu bekommen.
Doch all unsere Mühe war vergeblich. Es waren einfach keine Fische in Sicht.
Gegen 14 Uhr hatte auch ich keine Lust mehr. Es war nicht zu glauben. Einen einzigen Dorsch hatte ich in einer Zeit von 7 Stunden
gefangen! Woran das wohl lag? Hätten wir es doch lieber mit Schleppen versuchen sollen? Oder vielleicht mit Pilkern statt mit
Wattwürmern? Noch bevor wir wieder im Hafen anlegten nahm Achim die gefangenen Dorsche aus und filetierte sie gleich an Bord. Ich
nutzte die Zeit um weiter zu Angeln. Vielleicht, so hoffte ich, gelang es mir ja doch noch wenigstens einen Fisch zu fangen. Aber auch an
dieser flachen Stelle tat sich absolut nichts. Frustriert gab ich das Angeln auf, holte meine Rute rein und ließ mich von Achim in den Hafen fahren.
Gegen 15 Uhr legten wir an. Unterwegs hatten wir uns überlegt doch nicht am kommenden Samstag sondern erst am Montag wieder mit
dem Boot rauszufahren, denn für das Wochenende war kein gutes Wetter vorher gesagt worden. Außerdem waren in Neustadt Hafentage mit Drachenbootrennen und da konnte man davon ausgehen, dass es recht voll sein würde.
Wir hatten noch einige Wattwürmer übrig, die zum Wegwerfen einfach zu schaden waren. Außerdem kosteten sie auch ein paar Euro. Ich
bat Achim sie auf dem Weg zum Parkplatz den Jungs zu schenken, die auf der Brücke standen und angelten. Das hatten wir schon
mehrmals gemacht, wenn wir von der Bootsfahrt zurück kamen und Wattwürmer übrig hatten. Die Kids freuten sich immer sehr.
Zurück in Dahme vakuumierten wir erst einmal die Fische ein und brachten sie in das Tiefkühlfach, dass Familie Köster für uns frei gemacht hatte.
Nach den vielen Stunden auf dem Wasser und an der frischen Luft waren wir hungrig und so beschlossen wir eine Stunde eher ins Restaurant Akropolis zu gehen als wir es geplant hatten.
Mittwoch (15.06.)
Mittags fuhren wir nach Kellenhusen, wo ich die Fleecejacke, die ich am Samstagmorgen spontan gekauft hatte, zurück gab. Sie gefiel mir
zwar vom Schnitt und der Farbe her sehr gut, aber sie stank so fürchterlich, dass man sie gar nicht anziehen konnte. Das Material bestand
aus 100 % Polyacryl las ich. Achim meinte: „Die haben sie bestimmt aus alten Plastikflaschen gemacht. Zieh die bloß nicht an, da wird
einem ja übel bei dem Gestank!“ Ich hatte die Jacke zwar schon seit dem Kauf draußen auf der Terrasse zum Auslüften gehängt, aber der Geruch bzw. Gestank war nicht verschwunden.
Die Verkäuferin versicherte mir zwar, dass der Geruch nach dem Waschen weg wäre, aber ich hatte mir schließlich die Jacke gekauft um
sie hier im Urlaub zu tragen und nicht erst zu Hause. Außerdem war ich mir nicht sicher, ob der Geruch überhaupt jemals verschwinden
würde. Nach einigen Diskussionen konnte ich die Fleecejacke gegen eine dünne Weste eintauschen. Als ich den Laden verließ war ich
sehr enttäuscht von dem Service. Bislang hatte ich dort immer gerne eingekauft, aber ich war mir nicht sicher, ob ich dort noch einmal hingehen würde.
Es war schon Mittag und langsam verspürten wir auch Hunger. Deshalb fuhren wir noch nicht zurück sondern setzten uns auf der
Promenade beim Restaurant Weltenburger auf die Sonnenterrasse und bestellten uns etwas zu essen. Da mir nicht nach Fisch war bestellte ich mir gebratene Leber mit Zwiebeln und Kartoffelschnee.
Nachdem wir bezahlt hatten schaute ich noch schnell einmal im Wind-Geschäft rein. Natürlich schaute ich mir nicht nur die schönen
Kleidungsstücke an sondern fand auch wieder etwas, was ich unbedingt haben musste. Dieses Mal war es ein weiß-himbeer-rosa
gestreifter Pullover und eine rosa Fleecejacke mit passendem Schal. Ich musste mich zusammenreißen um mir nicht noch mehr Teile zu
kaufen und so sagte ich zu Achim: „Bloß weg hier! Sonst wird’s zu teuer. Mir gefallen noch mehr Sachen. Also raus aus dem Laden.“
Das klang in Achims Ohren wie liebliche Musik. Er hatte nach einer Weste gefragt, die er schon letztes Jahr toll fand, die aber auch dieses
Mal in seiner Größe nicht da war. Die Verkäuferin wollte versuchen eine weitere zu bekommen, was bedeutete, dass wir nächste Woche noch einmal nach Kellenhusen fahren würden. Darauf freute ich mich.
Abends verabredeten wir uns mit Heike und Grischa im KumLuk. Die riesengroße Schnitzelkarte interessierte mich dieses Mal nicht. Ich
entschied mich für Sherry-Matjes mit Bratkartoffeln. Der Fisch schmeckte einfach köstlich! Und auch das frisch gezapfte Hefebier.
Donnerstag (16.06.)
Auch an diesem Morgen war ich schon sehr früh wach. Warum ich nicht wenigstens im Urlaub auch mal länger schlafen kann ist und bleibt
mir ein Rätsel. Nur sehr selten wird es mal 8 Uhr oder später, meistens werde ich zwischen 5 und 6 Uhr wach.
Als ich vom Wohnzimmer auf die Terrasse ging begrüßte mich der neue Tag mit einem Regenschauer. Der Natur tat es sicher gut, denn es
hatte hier im Norden schon seit vielen Wochen nicht richtig geregnet. Das hatte uns jedenfalls Herr Köster erzählt. Gegen einen Schauer
ab und zu hatte auch ich nichts einzuwenden. Doch der Wetterbericht meldete für die nächsten 4 Tage Regen. Und die Tagestemperaturen
sollten tagsüber höchstens bis auf 16° C klettern. Für den Sommeranfang war das auf jeden Fall viel zu kalt.
Ich war schon 3 Stunden auf, als Achim ins Wohnzimmer kam. Die Wolkendecke hatte sich inzwischen gelüftet und ab und zu schien auch schon wieder die Sonne.
„Wollen wir gleich zum Strand um auf Hornhecht zu angeln?“ fragte mich Achim. „Wenn du möchtest. Aber ich glaube, ich gehe immer noch nicht ins Wasser. Das ist mir einfach noch zu kalt.“
Nachdem ich geantwortet hatte kam ich ins Grübeln. Sollte ich es vielleicht doch einmal wagen? Vorsichtshalber zog ich mir unter meine
Angelhose eine lange Unterhose, nahm die Watjacke vom Haken und legte sie ins Auto. Als Achim das sah fragte er erstaunt: „Wie?
Willst du jetzt doch ins Wasser? Deine Wathose liegt noch in dem Abstellraum. Ich habe sie nicht ins Auto gelegt.“ „Dann hol sie doch bitte. Vielleicht probiere ich es nachher doch einmal.“
Ich ging mit ihm in den Abstellraum, wo wir unser Angelsachen untergebracht hatten. Nun fehlte nur noch meine Spinnrute. Ich suchte alle
Rutentaschen durch und wurde endlich fündig. Doch was war das? In dem Futteral lag doch tatsächlich auch noch meine Multitip-Rute! Dabei hatte Achim doch behauptet ich hätte sie in Oerlinghausen gelassen.
Ich drehte mich zu ihm um und sagte etwas vorwurfsvoll: „Du hast doch gesagt, dass ich die Rute nicht mitgenommen hätte. Schau mal was ich hier habe!“
„Ich konnte doch nicht wissen, dass du zwei Ruten in eine Transporttasche packst. Das hast du doch sonst auch nicht getan.“
„Ja, aber dieses Mal. Ich war zu faul eine weitere Transporttasche zu suchen und so habe ich eben zwei Ruten in eine gepackt.“
Wir setzten uns ins Auto und fuhren zum Taucherparkplatz. Dieses Mal war er fast leer. Nur zwei Wohnmobile und drei weitere Pkws standen dort.
Als Köder dienten diesmal Sardinen, die wir aus Oerlinghausen mitgebracht hatten, da Heringe nur sehr schwer zu bekommen waren. Sie
wurden alle zu Matjes verarbeitet. Wie sich später rausstellte waren die Sardinenfetzen ein super Hornhechtköder und außerdem noch preiswerter als Heringe.
Die See war etwas aufgewühlt, so dass Achim meinte, ich solle lieber nicht ins Wasser gehen und am Strand bleiben. „Ich bin ein ganzes
Stück größer als du. Dir würde schon bald das Wasser bis zum Hals stehen. Bis auf die zweite Sandbank komme ich heute auch nicht. Bleib also lieber am Strand.“
Ich schaute Achim hinterher wie er auf die Sandbank zuging. Die Wellen platschten ganz schön und ich wäre sicher nicht so weit
rausgekommen wie er. Ich konnte beobachten wie Achim auch ab und zu wenn eine Welle kam hochspringen musste um nicht überrollt zu werden.
Es dauerte nur wenige Würfe dann hatte er den ersten Hornhecht am Haken. Als ich das sah holte ich sofort die Lumix DMC TZ7 aus
meinem Rucksack, setzte mich auf einen dicken Stein am Ufer und filmte ihn beim Drillen.
Plötzlich hörte ich hinter mir einen kleinen Jungen sagen: „Der Mann ist wohl bescheuert!“ Ich drehte mich um und fragte ihn erstaunt: „Wieso meinst du das?“ Er antwortete entrüstet: „Der will ertrinken!“
„Nein“, antwortete ich. „Der Mann will nicht ertrinken. Außerdem ist er groß genug um dort im Wasser stehen zu können.“ Der Junge fragte weiter: „Und was macht er da?“
„Angeln. Er fängt Fische. Aber du musst jetzt zu den anderen Kindern. Die warten schon auf dich.“
Nun sah ich, dass der Junge nicht alleine war. Er gehörte zu einer Kinderschar, die mit mehreren Erzieherinnen am Strand spazieren gingen.
Als er Junge weiter gegangen war war es für einen Moment wieder ruhig und ich widmete wieder Achim.
Wenig später kam die nächste Kinderschar. Ich hörte ein kleines Mädchen zu der Erzieherin sagen: „Guck mal, der Mann da. Da sind doch Steine drin. Der tut sich voll die Füße weh!“
Ich schmunzelte über diese Äußerung. Aber sie hatte ja Recht. Dort, wo Achim stand, lagen wirklich sehr viele große Steine. Aber es war
interessant die Argumente der Kinder zu hören, wenn sie einen Menschen im Wasser stehen sahen. Die Erzieherinnen hatten ihnen bestimmt verboten ins Wasser zu gehen.
Wir waren schon fast 2 Stunden am Strand als Heike, Grischa mit Nike und Asterix vorbei schauten. Für Nike hatte ich schon vorher eine
Decke eingepackt. Zuerst lag sie auch ruhig und entspannt auf der Decke, aber als ihr die Sonne ins Gesicht schien fing sie zu nöckeln an,
so dass Grischa sie auf den Arm nahm. Das wollte sie aber auch nicht. Sie zappelte so lange herum, bis er setzte sie auf sein Knie setzte.
Das gefiel ihr bedeutend besser. Sofort beugte sie sich nach vorne und versuchte mit ihren kleinen Händchen den Sand zu greifen. Als sie
ein Händchen voll hatte und es zum Mund führen wollte um ihn zu probieren griff Grischa ein. Das gefiel ihr gar nicht und sie protestierte ein wenig.
Achim hatte gesehen, dass Heike und Grischa gekommen waren und kam zu uns an Land.
Ich sagte zu ihm: „Hi, mein Schatz, das klappte heute aber ganz gut. Ich habe dich beim Drillen gesehen und auch gefilmt. Wie viele Fische hast du schon gefangen?“
Er hob den Gurt hoch und zeigte es mir. Am Galgen hingen 6 schöne große Hornhechte.
Ich überlegte, ob ich nachher nicht doch mit ins Wasser gehen sollte… Gegen 14 Uhr war es so schwül geworden, dass ich zu schwitzen anfing. Ich zog mir erst einmal die lange Unterhose und die dicken
Socken aus. Aber auch in der Angelhose, die innen beschichtet war, war es mir so warm, dass ich diese kurz entschlossen ebenfalls auszog.
Bevor Heike und Grischa wieder gingen fragten sie, ob wir Lust hätten abends zu ihnen zum Grillen zu kommen. „Das machen wir gerne“, antwortete Achim. „Es soll aber gegen Abend ein Gewitter geben.“
Als wir wieder alleine waren überlegte Achim, ob er noch einmal ins Wasser gehen sollte. Ich riet ihm davon ab, denn es hatte sich zugezogen und ich rechnete jeden Moment mit einem Gewitter.
Die Schwüle hatte mich platt gemacht und so legte ich mich auf die Decke und schloss ein wenig die Augen. Irgendwann öffnete ich sie wieder. „Na, ausgeschlafen?“ grinste mich Achim an.
„Ich habe nicht geschlafen, nur ein wenig gedöst“ antwortete ich. Achim grinste. „Du hast fast eine ganze Stunde geschlafen. Komm, steh auf und lass uns einpacken bevor es zu regnen anfängt.“
Tatsächlich war es schon 15 Uhr, als wir wieder in der Ferienwohnung waren.
Gegen 17.45 Uhr machten wir uns auf den Weg zu Heike und Grischa. Kaum waren wir aus der Wohnung, da fielen die ersten Tropfen vom Himmel. Aber es hörte sogleich wieder auf.
Wir saßen draußen auf der Terrasse und waren fast mit dem Essen fertig, als sich der Himmel immer bedrohlicher zuzog. In der Ferne war schon Donnergrollen zu hören.
Schnell räumten wir den Tisch ab und setzten uns rein. Wir waren kaum drinnen, da prasselte es nur so vom Himmel!
So schnell wie das Gewitter gekommen war, so schnell zog es wieder ab. Nach einer halben Stunde hatte auch der Regen aufgehört.
Die erste Halbzeit des Frauenfußball-Länderspiels (Deutschland gegen Norwegen) schauten wir uns zusammen mit Heike und Grischa an, dann gingen wir zurück in unsere Ferienwohnung, wo wir den Rest des Spiels sahen.
Freitag (17.06.) Ich wurde gegen 5 Uhr wach, weil mir mein rechtes Knie weh tat. „Warum zum Teufel tut mir mein Knie heute plötzlich so weh? Jetzt ist
der Rücken endlich ruhig und nun das? Ich habe doch nichts Außergewöhnliches getan. Oder liegt es am Wetterumschwung?“ fluchte ich
leise vor mich hin, als ich die Treppe vom Schlafzimmer zum Wohnzimmer runter humpelte. Am liebsten hätte ich mir eine Bandage ums
Knie gewickelt. Jedenfalls verlangte es mir danach. Aber das war ja nicht möglich. Zumindest hatte ich keine in der Ferienwohnung vorrätig. Aber ob es was helfen würde wagte ich auch zu bezweifeln.
Nach einiger Zeit tat mir das Knie immer mehr weh. Ich holte mir aus dem Bad eine Ibu-Hexal 800, in der Hoffnung, dass sie mir half.
Die Nacht über hatte es nicht mehr geregnet, aber der Himmel war voller Wolken und es war auch recht windig geworden. Die
Temperaturen waren auch gefallen. Von schönem Sommerwetter war nichts mehr zu merken. Und es sollte die nächsten Tage auch nicht besser werden. Eher schlechter. Immer wieder sollte es Schauer und Gewitter geben.
Um 8.30 Uhr fing es auch hier zu nieseln an. Aber nicht ganz kurz, dann war es wieder vorbei.
Schon lange wollte ich mir das Studio der Küstenwache anschauen, aber wenn wir in Dahme waren, dann war das nie möglich gewesen.
Doch dieses Mal hatte ich Glück und das Studio war zur Besichtigung offen. Ich erzählte Achim davon und fragte ihn, ob wir nicht nach
Neustadt fahren könnten. Aber ich würde auch gerne mal nach Heiligenhafen fahren um mir bei Baltic Kölln das neu aufgelegte Buch vom Angelführer über das Brandungsangeln anzuschauen und vielleicht zu kaufen.
Achim antwortete: „Nach Neustadt wollen wir doch morgen. Dann lass uns lieber nach Heiligenhafen fahren. Dort können wir auch gleich etwas essen. Einkaufen können wir ja auf dem Rückweg nach Dahme.“
Ich hatte mir einen Pullover mit langem Arm und darüber die neue rosafarbene Jacke angezogen. Außerdem hatte ich noch einen Anorak
mit falls es regnen sollte. Im Moment sah es nicht danach aus. Zwischen den Wolken kam immer wieder die Sonne durch und dann war es auch schön warm.
In Heiligenhafen aßen wir erst einmal eine Kleinigkeit bevor wir einen Spaziergang um das Hafengelände machten. Wir waren schon
mehrmals in Heiligenhafen gewesen, aber so richtig angeschaut hatten wir uns die Gegend noch nicht.
Als sich dunkle Wolken am Himmel zeigten und die ersten Regentropfen fielen liefen wir zum Geschäft Baltic Kölln. Ich schaute nach
Cormoran Wobblern während Achim sich nach einer atmungsaktiven Wathose umsah. Aber wir fanden nicht das, was wir suchten.
Wobbler gab es zwar genug und auch in allen Farben und Ausführungen, aber ich fand keine von Cormoran. Dafür sah ich das neu
aufgelegten Buch übers Brandungsangeln. Ich blätterte darin rum, kaufte es aber letztendlich nicht. Mit den dort hinzugefügten neuen
Angelstellen an der Ostsee konnten wir nichts anfangen. Wir kauften lediglich vier Mini-Spanngurte, mit denen man die Ruten z.B. am Brückengeländer befestigen konnte.
Als wir aus dem Landen waren fragte Achim: „Weißt du ob es hier ein Geschäft mit Wind Sportswear gibt?“ Ich antwortete: „Keine Ahnung. Aber ich glaube nicht.“
Da es die Zigarettenmarke, die wir rauchten, nicht überall gab, gingen wir ins Kaufhaus Stolz. Dort hatte ich schon im letzten Herbst meine
Zigaretten gekauft. Als wir kurz darauf wieder das Geschäft verließen und auf die Straße zurückgingen sah ich das Schild mit dem Wind-Emblem.
Ich freute mich tierisch: „Achim, guck mal da rechts. Da gibt es einen Wind-Laden!“
Schnurstracks gingen wir auf das Geschäft zu. Es war zwar relativ klein, aber immerhin hatte es die Bekleidung, die wir suchten. Die
Weste, die Achim schon vor einem Jahr gerne gehabt hätte, hatten sie hier natürlich auch nicht. Dafür kaufte er sich eine andere, und zwar
eine schwarze gefütterte, die im Preis herabgesetzt war. Außerdem noch ein ebenfalls herabgesetztes Poloshirt. Ich kaufte mir ebenfalls ein
paar Sachen, und zwar 2 Pullover und ein T-Shirt. Alle Teile waren herabgesetzt.
Als wir das Geschäft verließen meinte Achim, wir könnten es ja noch einmal in Grömitz versuchen. Vielleicht hatten sie dort noch die
Weste, die er so gerne haben wollte. Dagegen hatte ich natürlich nichts einzuwenden. Im Grömitz angekommen standen wir etwas verdutzt vor dem Geschäft, wo wir immer die Wind-Bekleidung gekauft hatten. Sie hatten
sich anders orientiert, hießen jetzt „ha jo“ und verkauften nun „bessere Qualität zum gleichen Preis“, wie die Verkäuferin sagte. Alle Ware,
die sie noch von Wind hatten, war herabgesetzt. Natürlich fand ich auch hier noch zwei Teile, die mir gefielen, besonders weil sie so
günstig waren. Die Weste, die Achim gerne gehabt hätte, war jedoch wieder nicht dabei. Es war inzwischen so warm geworden, dass ich in meinen dicken Sachen zu schwitzen anfing. Wir schauten uns die neuen
Informationstafeln an der Seebrücke an und setzten uns dann ein Stückchen weiter auf eine Bank. Es waren mindestens 20 Minuten vergangen, als mir plötzlich ein bekanntes Schild auffiel.
„Achim, guck mal dort drüben. Da gibt es noch ein Wind-Geschäft!“ Zuerst erkannte Achim das Schild nicht, doch ich zog ihn fast hinter mir her in die Richtung des Geschäftes. Dieses Mal suchte Achim gar
nicht lange sondern sprach sofort die Verkäuferin an. Sie sagte, dass es die Weste erst im nächsten Frühjahr wieder geben würde.
Obwohl der Sommer gerade angefangen hätte, würde sie jetzt Herbstware verkaufen. Dieses Mal kaufte ich für mich kein einziges Teil.
Lediglich für Gudrun nahm ich ein aquafarbenes T-Shirt mit, das ich schon selber besaß. Ich rede Achim zu, sich ebenfalls ein T-Shirt in
dieser Farbe zu kaufen. Er war zwar nicht so überzeugt davon, kaufte es schließlich aber doch. Nun konnten wir im Partnerlook rumlaufen. Samstag (18.06.)
Als ich morgens um 6.15 Uhr aufstand war es am Regnen. Der Himmel war total zugezogen und es sah auch nicht danach aus, dass es vorerst besser werden würde. Jedenfalls in den nächsten Stunden nicht.
Gegen 9 Uhr ging ich zu Achim, der noch im Bett lag. Er war zwar schon wach, hatte aber keine Lust aufzustehen. „Ich bin froh, dass wir
heute nicht mit dem Boot rausgefahren sind. Es schüttet wie aus Eimern und sieht nicht danach aus, dass es bald aufhört. Was meinst du?“
fragte ich ihn. „Wollen wir tatsächlich bei diesem Mistwetter nach Neustadt fahren?“
Ich hatte nicht herausgefunden um welche Uhrzeit das Drachenbootrennen starten sollte. Auf der Seite von Neustadt fand ich im Internet
zwar einige Informationen darüber, aber wie gesagt, eine Uhrzeit war nicht angegeben, was ich total blöd fand.
„Mal schauen“, antwortete Achim. „Lass mich erst mal richtig wach werden. Und einen Kaffee möchte ich auch erst trinken. Bis ich
geduscht und mich angezogen habe hat es vielleicht schon aufgehört zu regnen. Dann sehen wir weiter.“
Tatsächlich riss der Himmel langsam auf. Stellenweise war sogar schon etwas Blau zu sehen. Die Temperaturen waren auch noch angenehm. Zwar war es nicht gerade warm, aber auch nicht richtig kalt.
Ich forschte weiter im Internet um die Zeit zu finden, an der das Drachenbootrennen stattfinden würde. Auf der Seite des
Veranstaltungsservice Hüttmann fand ich endlich etwas. Dort wurde angegeben, dass das Rennen um 10 Uhr starten würde. Als ich das
las war es jedoch schon 10.30 Uhr. „Mist! Ich hätte das Drachenbootrennen so gerne gesehen. Warum musste Achim auch immer so lange im Bett liegen bleiben?“ ging es mir durch den Kopf.
Es war schon 11 Uhr als wir endlich im Auto saßen und losfuhren. Wir parkten beim Kremper Tor und gingen dann durch die Einkaufsgasse runter zum Hafen.
Der Spuk war schon im vollen Gange. In diesem Jahr waren 26 Gruppen zum Wettkampf erschienen, die alle ein Kostüm anhatten bzw.
sich verkleidet hatten. Es starteten jeweils 4 Boote. Wichtig bei der Drachenbootfahrt war der gleichmäßige Takt, mit dem die kurzen
Stechpaddel ins Wasser geführt werden. Ein Trommler begleitete die Mannschaft mit rhythmischen Klängen. Die Strecke, die gefahren
wurde, war ca. 200 Meter lang. Der Steuermann wurde vom Veranstalter gestellt und sorgte für den richtigen Kurs der 16-köpfigen Mannschaft.
Kurz nach 13 Uhr verdunkelte sich der Himmel dermaßen, dass über den Lautsprecher vor Sturm und Regengüssen gewarnt wurde. Es
blieb jedoch bei einem kurzen Regenguss. Danach schien wieder die Sonne. Um 13.30 Uhr legten die Boote eine Pause ein, die wir nutzten um uns das ZDF-Studio 1 der Küstenwache anzuschauen.
Seit Februar d.J. wird die 15. Staffel gedreht. Sie soll im Dezember fertig sein. Die Dreharbeiten finden meistens im Studio 2 statt, das
jedoch nicht besichtigt werden kann. Wie wir erfuhren, wird am Montag weiter gedreht, d.h. wenn wir Glück haben, dann sehen wir die Albatros II wieder mal auf der Ostsee.
Wir blieben eine gute Stunde im Studio. Es konnten alle Räume, in denen gedreht wurde und immer noch gedreht wird, ansehen.
Nachdem wir das Studio verlassen hatten schauten wir noch einmal den letzten Drachenbooten bei ihrem Rennen zu. Nach der
Siegerehrung gingen wir zum Anglertreff und holten uns ein paar Wattwürmer. Wir wollten uns abends mit Ute zum Angeln treffen. Doch
schon auf der Rückfahrt fing er stark zu regnen an. Es hörte bis Dahme nicht auf und als wir gerade in unserer Ferienwohnung waren gab es ein kräftiges Gewitter.
Bei den unbeständigen Wetterverhältnissen hatten wir nun doch keine Lust zum Angeln. Ute war ebenfalls der Meinung, dass wir das gemeinsame Angeln erst einmal ausfallen lassen sollten.
Nach einer guten Stunde hellte sich der Himmel wieder auf und zeitweise kam sogar die Sonne durch. Es waren schon komische
Wetterkapriolen, die sich da abspielten. Aber man konnte sich nicht darauf verlassen, dass es bei Regenschauer oder bei Sonnenschein blieb.
Wir hatten zwar in Neustadt eine Bratwurst und gleich nach der Rückkehr ein Brötchen gegessen, aber das reichte uns nicht. Also
entschlossen wir uns kurzerhand noch einmal ins Restaurant Akropolis zu gehen. Bis dort hin waren es nur 3 Minuten Fußweg und ein Regenschauer würde uns nicht viel antun können.
Es dauerte auch nicht lange bis es wieder zu schütten anfing. Uns machte das jedoch nichts aus, denn wir saßen im Trockenen und ließen uns das Essen schmecken.
Achim schaute sich später noch den Rest vom „Wetten dass…“ an. Ich war hundemüde und legte mich schlafen.
Sonntag (19.06.)
Morgens war der Himmel schon wieder total zugezogen. Ab und zu gab es einen heftigen Regenschauer und der Wind wehte aus Südost
mit Stärke 4. Bei dem Gedanken am anderen Tag mit dem Kleinboot rauszufahren wurde mir doch etwas mulmig zumute.
Aber nicht nur in Dahme oder an der Ostseeküste herrschte so ein scheußliches Wetter. Nein, über ganz Deutschland zog ein Tief hinweg, dass stellenweise unwetterartig ausfiel.
Zwischendurch klarte der Himmel immer wieder mal auf, aber schon nach wenigen Minuten verdüsterte er sich wieder. Bei einer Tasse Kaffee erzählte mir Achim, dass er gestern Abend noch Besuch bekommen hatte.
Erstaunt fragte ich ihn, um wen es sich denn dabei gehandelt hätte. Achim holte die Kamera hervor und zeigte mir ein paar Fotos, die er
von dem nächtlichen Besuch gemacht hatte. Ein schon etwas älterer und auf einem Auge blinder Igel war zu ihm auf die Terrasse gekommen. Er war sehr zutraulich und ließ sich ohne Angst zu haben fotografieren.
Als es einigermaßen trocken war zogen wir uns an und gingen raus. Wir besuchten erst einmal Heike und Grischa. Nike hielt noch ein Schläfchen und wurde erst wach als wir schon wieder im Gehen begriffen waren.
In dem Moment fing es auch wieder zu fieseln an. Das war aber nicht weiter tragisch, denn wir hatten ja einen Schirm dabei. Wir bogen in die Straße „Am Kampland“ ein.
„Wollen wir einmal bei Hardy’s Wohnungen vorbei gehen? Ich möchte mal sehen, wie es heute da aussieht“ fragte Achim. Bis letztes Jahr
hatten wir dort eine Ferienwohnung gehabt, dann hatte Achims Kollege sie verkauft und wir mussten uns ein anderes Quartier suchen. Ich hatte nichts dagegen und antwortete: „Klar, können wir machen.“
Ich war überrascht, wie verändert und schön nun alles aussah. Auch der Innenbereich war total neu gestaltet worden. Für die Kinder gab es eine Rutsche und die Erwachsenen konnten den Grill benutzen, wenn sie wollten.
Oben auf der Promenade war nicht viel los. „Wo wollen wir denn hin?“ fragte mich Achim. „Keine Ahnung. Großen Hunger habe ich noch nicht. Aber eine Kleinigkeit möchte ich schon essen.“
Wir entschlossen uns ins Cafe und Restaurant Blöser zu gehen und uns dort auf die überdachte Terrasse zu setzen. Es war recht voll, aber wir bekamen noch einen Tisch für 2 Personen.
Als uns das Essen serviert wurde – ich bestellte mir Leber mit Zwiebelringen und Kartoffelschnee, Achim bestellte sich Brathering mit Bratkartoffeln – fing es zu regnen an.
Erst waren es nur ein paar Tropfen, dann prasselte der Regen auf das Wellblechdach und einige Minuten später konnte man es in der Ferne grummeln hören.
Wir blieben über 2 Stunden, immer in der Hoffnung, dass der Regen endlich einmal nachließ. Als wir gerade dachten, dass wir
einigermaßen trocken nach Hause gehen konnten, kam der nächste starke Regenguß. Wir warteten noch 10 Minuten, dann gingen wir zurück in die Ferienwohnung. Trotz eines Schirmes kamen wir pudelnass an.
Immer wieder musste ich an die geplante Bootsfahrt am anderen Tag denken. Wie würde da wohl das Wetter sein? Der Wetterbericht
meldete ein paar Regenschauer, aber auch zeitweise Sonnenschein. Und es sollte auch sehr windig werden. Was sollte ich anziehen?
Würde es kalt werden? In mir machte sich eine leichte Panik breit. Ein paar Regenschauer und ein paar Wellen machten mir nichts aus, aber es durfte nicht stürmisch werden!
Um 17.30 Uhr trafen wir uns mit Heike und Grischa im Restaurant KumLuk. Nike war ausgeschlafen und es machte ihr Spaß auf Opas Daumen rumzukauen.
Wir gingen gleich nach dem Essen wieder, denn wir mussten noch unsere Angelsachen für die Bootsfahrt zurecht legen.
Montag (20.06.) In der Nacht hatte es zwar geregnet, aber am Morgen um 5 Uhr schaute die Sonne zwischen den Wolken hervor. Die Temperatur zeigte 12°C an und es wehte ein kräftiger Wind.
Mit uns zusammen fuhren noch 3 weitere Boote raus. Es waren alles „Neulinge“, d.h. sie hatten zum ersten Mal eines der Boote vom Anglertreff gemietet, kannten sich also in der Neustädter Bucht nicht aus.
Da wir schon alteingesessene Hasen waren durften wir als erstes losfahren. Achim entschloss sich Richtung Pelzerhaken zu fahren.
Um 8.55 Uhr hatte ich den ersten Plattfisch in 11 m Tiefe am Haken. Glücklich sagte ich zu Achim: „Ich glaube, heute fangen wir besser als beim letzten Mal. Lass uns hier mal etwas bleiben.“
Es dauerte jedoch weitere 4 Stunden, in denen wir immer wieder hin und zurück fuhren, bis mir endlich wieder ein Plattfisch an den Haken
ging. Auch diese Strecke zeichnete Achim mit seinem Smartphone und der OruxMaps APP auf.
„Wo sind denn bloß die Dorsche? Wir haben nun schon alle möglichen Tiefen abgesucht. Irgendwo müssen die doch stecken! Oder mögen die zurzeit keine Watwürmer?“ fragte ich Achim.
„Keine Ahnung. Du kannst ja einen anderen Köder nehmen. Wir haben alles da: Pilker und auch Gummifische. Ich angel erst mal mit Würmern weiter.“
Immer wenn auf dem Echolot ein Fischschwarm zu sehen war hielten wir an und versuchten unser Glück. Achim hatte eine zweite Rute mit
Heringsvorfach ausgeworfen, doch diese Mühe war vergeblich. Verdammt! Nicht einmal ein paar Heringe gingen uns an den Haken. In
diesem Jahr war es irgendwie verhext. Wir hatten, davon war ich überzeugt, einfach die falsche Jahreszeit gewählt. Gegen 13 Uhr sahen wir eine dunkle Wand auf uns zutreiben. Sie verhieß nichts Gutes.
Es schien zwar noch die Sonne auf uns, aber der Wind hatte kräftig zugelegt. Wir hofften sehr, dass es kein Gewitter gab. Bei Gewitter auf
dem Wasser ist nicht gerade spaßig. So etwas hatten wir schon einmal in Schweden auf dem Åsnen erlebt.
Achim nahm die Kamera in die Hand und fing zu filmen an. Ich sagte einfach mehr zum Spaß zu ihm: „Schatz. Jetzt zeige ich dir mal wie
man Fische fängt…“ Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, als ich die Spitze meiner Rute zittern sah. „Ich glaube, ich habe tatsächlich einen Fisch dran.“
Achim filmte weiter und ich drillte den Fisch vorsichtig ans Boot. Ich war der festen Überzeugung, dass es dieses Mal ein Dorsch war.
Doch es war leider wieder „nur“ ein Plattfisch. Ob eine Kiesche oder ein Butt oder was es sonst noch für Fischarten gibt, weiß ich nicht. Ist mir auch egal.
Wenig später fing Achim kurz hintereinander ebenfalls zwei Plattfische. Und ich freute mich mit ihm. Weniger freute ich mich über die dunkle Wetterfront die immer schneller auf uns zukam.
Gegen 14 Uhr schlugen die Wellen so hoch, dass ich kaum ruhig sitzen konnte. Und dann fing es zu schütten an! Ich verkroch mich unter
der Persenning, Achim jedoch musste sich den Naturelementen aussetzen, denn er saß am Steuer. „Schatz. Lass uns zurück fahren. Der Regen kann noch Stunden dauern.“
„Na gut. Wir fahren erst mal eine Strecke Richtung Hafen. Vielleicht hört es ja bald wieder auf. Halt dich bloß gut fest. Die Wellen sind ganz schön hoch!“
Und ob ich mich festhielt! Immer wieder wurde ich hochgerissen um dann auf meinen Hintern zu fallen. Nach einer Weile tat mir mein
Gesäß so weh, dass ich Achim bat für eine Weile zu stoppen. Er kam meiner Bitte nach und wir legten eine Zigarettenpause ein. Als wir
weiterfuhren hatte der Regen etwas nachgelassen, aber die Wellen waren immer noch sehr hoch. Erst als wir endlich in die Nähe des
Hafens kamen wurde es ruhiger. Hier hielt Achim auch kurz an um die Fische auszunehmen. Wenig später im Hafen schien tatsächlich
wieder die Sonne. Aber ich hatte absolut keine Lust mehr weiter zu angeln. Ich war von dem Fangergebnis sehr enttäuscht.
„Ich glaube nicht, dass wir falsch geangelt haben. Wir sind einfach zur falschen Zeit rausgefahren. Am besten beißen die Dorsche im
Frühjahr und im Herbst. Jetzt haben wir Sommer, jedenfalls nach dem Kalender, und da halten sich die Dorsche woanders auf. Nächstes
Jahr müssen wir eben mindestens 4 Wochen eher nach Dahme fahren. Dann fangen wir auch wieder besser.“
Auf der Rückfahrt nach Dahme machten wir beim Landfleischer einen kurzen Stopp. Wir kauften uns eine Steckrübensuppe und ein paar
Würstchen. Um später essen zu gehen hatte ich keinen Bock. Je länger ich vom Boot runter war umso mehr fühlte ich mich geschafft. Mir
tat nicht nur mein Hinterteil weh, ich verspürte auch in den Oberschenkeln so etwas wie Muskelkater. „Ich komme mir vor, als wenn ich
einen Marathon gelaufen wäre!“ sagte ich zu Achim. „Bist du denn gar nicht kaputt?“
„Doch“, antwortete Achim. „Aber glaub mir, auch die jungen Leute sind nach solch einer Tour platt. Wenn du müde bist, dann leg dich schlafen. Ich trinke noch ein Bier, dann komme ich auch.“
Es war zwar erst 21 Uhr und noch taghell draußen, aber ich konnte einfach nicht mehr. Es dauerte nur wenige Sekunden und ich war eingeschlafen.
Dienstag (21.06.)
Sommeranfang! Tatsächlich schien schon, als ich morgens um 6.30 Uhr aufstand, die Sonne. Am Himmel war kein Wölkchen zu sehen.
Nur die Temperaturen waren überhaupt nicht sommerlich. Dazu hätten es wenigstens 10 Grad mehr sein müssen.
Gegen 11 Uhr machten wir einen Spaziergang. Wir gingen bis zum Oldenburger Graben, wo wir uns quer durch die Büsche schlugen,
denn der Weg war wegen des Deichbaus gesperrt. Als wir wieder auf der Straße waren gingen wir zum Restaurant „Achtern Diek“. Der
Biergarten bestand nur aus einigen wenigen, nicht gerade einladenden Tischen und im Raum nebenan wurde gerade eine Wand gestrichen.
Diese Kulisse gefiel uns gar nicht und so gingen wir zurück auf die Strandpromenade, wo wir uns ins Cafe Barista setzten und ein Hefebier
bestellten. Es war immer noch sonnig und recht warm und so blieben wir etwas länger sitzen und bestellten uns ein zweites Bier.
Gegen 13 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zur Ferienwohnung. Vorher aßen wir beim Schlachter Lehmbeck Bratkartoffeln mit
Sauerfleisch. Dann legten wir uns ein wenig aufs Ohr bevor wir gegen 18 Uhr zu Heike und Grischa gingen. Als Grischa das Fleisch auf
den Grill legte fing es zu regnen an. Trotzdem blieben wir unter dem Sonnenschirm sitzen. Erst als wir mit dem Essen fertig waren hörte es allmählich zu regnen auf.
Gegen 23 Uhr verabschiedeten wir uns von den Beiden.
Mittwoch (22.06.) Wieder ein schöner sonniger Morgen mit einigen weißen Wölkchen am Himmel, den wir zu einem Spaziergang nutzten. Wir fuhren mit
dem Auto bis zum Leuchtturm in Dahmeshövede und stellten ihn auf einem Parkplatz am Strand ab. Dann gingen wir über den Deich bis
nach Kellenhusen. Die Sonne schien so warm, dass ich zwischendurch meine Jacke auszog. Es waren sehr viele Radfahrer und auch Spaziergänger unterwegs, die alle das schöne Wetter ausnutzten.
Auf der Strandpromenade fragte ich Achim, ob wir in den Wind-Laden gehen wollen um zu fragen, ob sie inzwischen die Weste, die er so gerne haben wollte, bekommen hätten.
„Können wir machen. Aber du wirst dir nichts mehr kaufen!“ „Nein“, antwortete ich. „Wir wollen doch nur nach der Weste fragen.“
Als ich im Laden stand und die vielen schönen Sachen sah, juckte es mir in den Fingern. Es gab noch so viele Pullover und Shirts, die mir
gefielen. Aber ich riss mich am Riemen und schaute sie mir nur an, ohne etwas zu kaufen. Wie erwartet, hatte die Verkäuferin die Weste nicht mehr bekommen.
Da das Restaurant Passat mittwochs Ruhetag hatte, überlegten wir, wo wir zu Mittag essen sollten. Wir setzten uns nur für eine
Zigarettenpause auf eine Bank und schauten den vielen Menschen zu, die sich auf der Promenade und am Strand tummelten.
„Wollen wir mal ins Restaurant Vogelsang gehen? Wir könnten von hier aus zu Fuß dort hin. Ist gar nicht so weit.“
Achim sah mich fragend an: „Und was ist mit dem Auto? Wir dürfen dort nur 2 Stunden parken. Nein, lass uns zurück zum Parkplatz laufen und dann mit dem Auto zum Restaurant fahren.“
Wir gingen den Weg, den wir gekommen waren, wieder zurück und fuhren dann mit dem Wagen nach Kellenhusen.
Im Restaurant Vogelsang setzten wir uns auf die Sonnenterrasse, die hinter dem Haus liegt und von der Straße aus nicht zu sehen ist. Es
gefiel uns dort auf Anhieb. Auch die Speisekarte machte einen guten Eindruck. Es waren sehr viele Gerichte zur Auswahl.
Achim bestellte sich ein Hirschsteak mit Kroketten und Salat, ich wählte das „Lamm(er)fieber“ mit grünen Bohnen und Kartoffelschnecken.
Die Sonne schien immer noch, aber langsam zogen ein paar dunkle Wolken auf. Als wir um 15 Uhr wieder in unserer Ferienwohnung waren setzten wir uns auf die Terrasse um die Sonne noch etwas zu genießen.
Gegen Abend zog es sich zu und es fing zu regnen an. Erst waren es nur wenige Tropfen, dann ging es in Schauern über. Es war schon
spät, etwa 22 Uhr, als es auch noch zu gewittern begann. Wenig später fiel der Fernsehsender vorübergehend aus. Doch es kam Gott sei Dank zu keinem Stromausfall, wie an vielen Stellen in Deutschland.
Donnerstag (23.06.) In vielen Bundesländern war heute Feiertag, Fronleichnam. Nur nicht in Schleswig-Holstein. Dort mussten die Leute arbeiten.
Gegen Morgen hatte es aufgehört zu regnen, aber der Himmel hing voller Wolken. Die Sonne hat es schwer sich zeigen zu lassen.
Als wir letztes Jahr nach Weihnachten in Dahme waren hatten uns unsere Vermieter einen Gutschein für den Besuch der Salzgrotte
geschenkt. Wir wollten schon ein paar Mal dort hin, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Doch dieses Mal entschlossen wir uns in die Salzgrotte zu gehen.
Es war kurz vor 12 Uhr als wir im Sport- und Gesundheitszentrum ankamen. Der Einlass in die Meersalzgrotte erfolgte zu jeder vollen
Stunde und dauerte ca. 45 Minuten. Um diese Zeit hatten wir die Grotte ganz für uns alleine. Vor dem Betreten der Grotte mussten wir
einen Schutz über unsere Schuhe ziehen, denn der ganze Boden war von einer dicken Salzschicht bedeckt. Wir setzten uns in die
Liegestühle, die man fast waagerecht stellen konnte und genossen die Ruhe. Im Hintergrund lief leise Entspannungsmusik. An der Decke
waren Lampen angebracht, die ständig die Farbe wechselten. Meine Raucherlunge brauchte fast 10 Minuten bis sie das Salz in der Luft
richtig spürte. Das tiefe Einatmen tat unheimlich gut. Als wir wieder raus gingen fühlte ich mich total entspannt. Es war eine angenehme
Erfahrung. Diesen gesundheitlichen „Luxus“ sollte man sich eigentlich viel öfter gönnen!
Die trockene Luft in der Grotte hatte uns durstig gemacht. Und Hunger verspürten wir ebenfalls. Wir setzten uns vor ein Restaurant von wo aus man einen schönen Blick aufs Meer hatte und das Essen recht günstig war.
Als wir wieder gingen fing es leicht zu regnen an. Ich brauchte noch Kaffee, deshalb gingen wir in Puckys Supermarkt. Wir waren gerade
wieder in der Ferienwohnung als es fürchterlich zu regnen anfing. Der Wind trieb die Regentropfen bis an die Wohnzimmerscheibe, so
dass auch die Terrassenmöbel nass wurden. Was tut man bei solch einem Wetter? Man legt sich ein Stündchen aufs Ohr. Als wir wieder aufstanden hatte der Regen nachgelassen.
Wir machten uns fertig, setzten uns ins Auto und fuhren nach Kellenhusen. Im Restaurant Passat war es so voll, dass wir erst einmal an der Theke Platz nehmen mussten bis ein Tisch frei wurde.
Nach dem Essen gingen wir noch ein paar Schritte auf der Promenade bevor wir zurück fuhren.
Freitag (24.06.)
Früh morgens sah das Wetter noch nicht so toll aus, aber im Laufe des Vormittags verschwanden die Wolken und die Sonne kam durch.
Während Achim noch schlief beobachtete ich ein Spatzenpärchen, dass unter dem Dachgiebel in einem alten Schwalbennest ihre Jungen
groß zogen. Sie waren sehr fleißig und ließen sich durch mich beim Füttern auch nicht stören.
Eigentlich hatte Achim vorgehabt noch einmal mit der Wathose ins Wasser zu steigen um ein paar Hornhechte zu fangen. Aber als es
gegen 10 Uhr immer noch recht windig und bewölkt war, sagte ich zu ihm, dass er es am letzten Tag nicht riskieren sollte sich noch eine Erkältung zu holen.
Stattdessen fuhren wir später nach Grünwohldshorst und aßen im Restaurant „Waidmannsruh“ zu Mittag. Ich bestellte mir eine Scholle mit
Butter-Kartoffeln und einem Salatteller. Die Scholle war so groß, dass ich sie kaum schaffte. Und sehr lecker!
Trotz der vielen dunklen Wolken kam immer wieder mal die Sonne durch und so beschlossen wir den letzten Tag noch einmal auf die
Promenade zu gehen. Im Cafe Barista bestellte ich mir zum Capuccino Stück Pfirsich-Maracuja-Kuchen. Obwohl ich eine dicke Jacke
anhatte war mir der heftige Wind einfach zu unangenehm und ich wollte schon bald wieder gehen. Doch Achim gefiel es sich die Leute anzuschauen, die auf der Promenade vorbei kamen.
„Ich bin doch ganz froh, dass wir morgen abreisen. Es ist ja unheimlich voll geworden. Man könnte meinen, wir wären in Bielefeld auf der Bahnhofstraße.“
„Ja, das stimmt. Und wenn es nächste Woche wieder richtig heiß wird und auch noch die Ferien beginnen wird es noch voller. Gestern,
am Feiertag, sind schon viele neue Gäste gekommen. Auch die Wohnungen von Köster sind alle belegt.“
Wir blieben bis 17.30 Uhr draußen beim Cafe sitzen und gingen auf dem Rückweg direkt ins Restaurant Akropolis. Als wir kamen waren
wir die ersten Gäste. Doch das änderte sich sehr schnell. Nach einer halben Stunde war jeder Tisch im Restaurant besetzt.
Großen Hunger hatte ich noch nicht und so bestellte ich mir nur eine kleine Portion Gyros mit Zaziki. Und auch die schaffte ich nicht einmal. Das Stück Kuchen war zu mächtig gewesen!
Nach dem Essen ging ich dabei schon einmal ein paar Taschen zu packen, die Achim auch gleich ins Auto brachte. Ich nehme immer viel
zu viele Klamotten mit, wenn ich in Urlaub fahre. Dabei hatte ich mir schon letztes Jahr vorgenommen nicht so viel einzupacken. Aber man
konnte ja auch nicht wissen wie das Wetter wird: Heiß, kalt, regnerisch, windig. Schließlich war alles möglich. „Vorsichtshalber“ hatte ich
zuhause noch eine leere Reisetasche eingepackt, die nun voller neuer Kleidungsstücke war. Ich musste, wenn wir wieder in Oerlinghausen waren, unbedingt meinen Kleiderschrank durchforsten um Platz zu schaffen.
Samstag (24.06.) Ich hatte in der Nacht etwas unruhig geschlafen und war schon um kurz nach 4.30 Uhr wach geworden. Ich stand sofort auf und ging nach
unten ins Wohnzimmer. In meinem Kopf kreisten die Gedanken. Wie sollte ich bloß die ganzen Sachen, und vor allen Dingen all den
Kleinkram, den ich mitgenommen hatte, wieder verstauen? Während Achim noch schlief fing ich schon einmal mit dem Packen an. Ich staunte über mich selber als alles in Taschen und Tüten untergebracht war.
Es war noch nicht einmal 8.30 Uhr als wir die Heimreise antraten. Als wir uns von Frau Köster verabschiedeten sagte sie uns, dass sie das
Haus Nr. 4 oder 5 für uns freihalten wollte, falls wir wieder nach Weihnachten und über Sylvester nach Dahme kommen würden. Im Moment wollten wir es noch nicht verbindlich zusagen.
Obwohl die Autobahn relativ voll war kamen wir recht gut voran. Trotz einer Pinkelpause und einer Pause von 30 Minuten zum Mittagessen waren wir nach 4 Stunden wieder in Oerlinghausen. Und es regnete….
Oerlinghausen, den 20.07.2011
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