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Achim Kluck

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Angelerlebnisse 2010

Teil 5

Herbstzeit ist Dorschzeit Teil 2
Urlaub und Angeln in Dahme an der Ostsee vom
02. bis 16. Oktober 2010

Herbstzeit ist Dorschzeit Teil 1

Die Möwen warten auf ihren Anteil

Samstag (9. Oktober 2010)
Für das Wochenende waren in Dahme Drachentage angesagt. Das wollten uns auf jeden Fall ansehen. Doch vorher fuhren wir noch einmal nach Kellenhusen. Wie immer hatten wir unseren Wagen am Tennisplatz geparkt. Ich wollte zum Parkautomaten gehen um ein Ticket u holen, doch Achim meinte das sei nicht nötig: „Wir haben hier doch immer geparkt. Der Automat geht doch schon seit Jahren nicht.“ Während wir weitergingen sagte ich: „Kann sein. Ich habe aber ein Schild über dem Automaten gesehen, da steht drauf, dass man per SMS unter Angabe des Autokennzeichens die Parkgebühr bezahlen kann.“
„Ach komm. Hier kontrolliert sowieso keiner.“
Ich kaufte mir in einer Boutique ein paar weitere Pullover, danach gingen wir ins Restaurant Passat, wo wir uns auf die windgeschützte Terrasse setzten. Wir bestellten uns ein Wildgericht. Achim aß Wildschweinrouladen und ich ein Edelhirschgulasch.

Ein gut gedeckter Tisch

Wildschweinrouladen aus dem Restaurant Passat in Kellenhusen

Während wir uns das Essen schmecken ließen wurden am DLRG-Turm Stühle aufgebaut. Wir fragten die Wirtin ob sie uns sagten könnte, warum man dort Stühle hin stellte. „Hier spielt gleich die Polizeiband.“
Als wir das Restaurant verließen waren auch schon mehrere Polizisten zu sehen. Ich ahnte nichts Gutes! Und tatsächlich klemmte hinter der Windschutzscheibe unseres Autos ein „Knöllchen.“
„Das haben wir jetzt davon.“
Achim meinte jedoch lapidar: „Was soll’s. Wir haben hier bis jetzt bestimmt schon 10 Mal umsonst geparkt. Da sind wir mit 5 Euro noch günstig davon gekommen.“
Als wir wieder in Dame waren stellten wir unser Auto vor der Ferienwohnung ab und gingen zur Strandpromenade. Es wehte nur ein mäßiger Wind. Trotzdem war ich erstaunt, wie viele Drachen am Himmel zu sehen waren. Einigen fehlte leider der Auftrieb, so dass sie fast am Boden haften blieben. 
Es waren viele interessante Drachen zu sehen. Alles was man sich denken konnte schwebte als Gebilde in der Luft: Hunde, Fische, Delfine, Schildkröten, ein Dixiklo ein Bierkasten und vieles mehr.

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Achim konnte kaum genug davon bekommen. Er filmte und fotografierte immer wieder die Szene.

 

Es dauerte fast eine ganze Stunde bis wir am Kum-Luk angekommen waren. Tags zuvor hatten wir uns mit Heike und Grischa dort verabredet. Sie saßen auf die Sonnenterrasse und hatten für uns einen Platz freigehalten.

Uschi, Heike und Grischa auf der Terasse im Kum-Luk

Uschi, Heike und Grischa auf der Terasse im Kum-Luk

Das war auch gut so, denn ansonsten hätten wir keine Chance gehabt einen freien Platz zu bekommen. Es waren so viele Leute auf der Promenade wie ich es bislang in Dahme noch nie erlebt hatte. Ich gehe mal davon aus, dass es in der Hauptsaison auch sehr voll ist, aber zu der Zeit machen wir dort keinen Urlaub. Wir fahren ja auch ausschließlich im Frühjahr und Herbst bzw. über Weihnachten nach Dahme um auch angeln zu können.

Sonntag (10. Oktober 2010)
Es war ein wunderschöner sonniger Morgen. Wie es sich für einen Sonntag gehörte. Ich setzte mich mit einer Tasse Kaffee in der Hand auf die Terrasse und genoss die himmlische Ruhe. Nur die Vögel zwitscherten. Egal welcher Wochentag war, es war immer sehr still hier. Gleich hinter der Terrasse lag ein Feld, auf dem man ab und zu ein paar Rehe oder auch Kaninchen beobachten konnte.

Blick von unserer Terasse, Haus Köster Dahme

Gegen Mittag gingen wir erneut auf die Promenade. Der Wind hatte in der Nacht etwas zugelegt. Zu den Drachen vom Vortag waren einige neue hinzugekommen.

Dahmer Drachentage im Oktober 2010

Dahmer Drachentage Oktober 2010

Dahmer Drachentage Oktober 2010

Dahmer Drachentage Oktober 2010

Dahmer Drachentage Oktober 2010

Auch die Zahl der Zuschauer hatte sich erheblich erhöht. Es war so voll wie in Bielefeld auf der Bahnhofstraße beim Schlussverkauf!

Hochbetrieb auf der Promenade in Dahme

Uschi auf Schnäpchenjagd

Hochbetrieb auf der Promenade in Dahme

Hochbetrieb auf der Promenade in Dahme

Wieder gingen wir bis Kum-Luk, wo wir uns draußen hinsetzen wollten um ein Bier zu trinken. Doch es war so voll, dass wir keinen Platz mehr bekamen. Also drehten wir um und schlenderten gemütlich, aber inzwischen durstig, die Promenade zurück.
Im Café Barista hatten wir Glück. Wir bekamen sogar einen etwas windgeschützten Platz. Da die Sonne so schön schien blieben wir dort fast 3 Stunden sitzen. Neben uns am Tisch saß ein junger Mann mit zwei großen Hunden. Ich hatte das Futter, welches ich eigentlich für Asterix gekauft hatte, in meiner Handtasche, weil ich er es nicht fressen durfte und ich es einem anderen Hund geben wollte. Es dauerte eine Weile bis ich mir traute ihn anzusprechen: „Entschuldigen Sie. Dürfen Ihre Hunde ein Leckerchen bekommen? Ich habe eine Tüte mit Trockenfutter für den Hund meiner Tochter gekauft, aber er darf es zurzeit nicht essen.“
Nicht nur der junge Mann freute sich. Auch die Hunde reckten sofort ihre Köpfe als ich ihm die Tüte rüberreichte.
Es war schon fast 14 Uhr und mein Magen knurrte. „Schatz, wollen wir irgendwo etwas essen? Ich habe Hunger.“
„Wir können uns nachher ein Fischbrötchen holen. Aber jetzt möchte ich noch die Sonne genießen.“ Sprach’s – und bestellte sich ein weiteres Bier.
Mir war nicht nach Fischbrötchen. Und warten wollte ich auch nicht mehr. Ich hatte jetzt (!) Hunger. Als Achim mich anschaute konnte er wohl meine Gedanken lesen: „Bestell dir doch ein Stück Kuchen!“ meinte er.
„Kuchen zum Bier? Ich glaube nicht, dass das schmeckt.“
Doch dann siegte mein Magen und ich bestellte mir tatsächlich ein Stück Kuchen. Der Käsekuchen, den ich mir bestellte, war mit Sauerkirschen gefüllt und schmeckte einfach köstlich! Kein Vergleich zu einem Kuchen aus der Konditorei. Dieser war wirklich selbst gemacht. Achim probierte davon und er schmeckte ihm auch. Doch er wollte keinen Kuchen sondern lieber ein Fischbrötchen essen. Also gingen wir, nachdem wir bezahlt hatten, bis ans Ende der Promenade zu René. Es war schon 16 Uhr und alle Fischbrötchen waren ausverkauft. Deshalb bestellte sich Achim ein Stück Grillfisch mit Kartoffelsalat.
Als wir wieder in unserer Ferienwohnung waren ging ich erst einmal unter die Dusche. Achim setzte ich währenddessen auf die Terrasse und fotografierte den wunderschönen Sonnenuntergang. Plötzlich hörte er das Geschrei von Wildgänsen. Sofort richtete er die Kamera auf den Vogelzug.

Sonnenuntergang, beobachtet von unserer Terasse Haus Köster Dahme.

Sonnenuntergang, beobachtet von unserer Terasse Haus Köster Dahme.

Zug der Wildgänse, beobachtet von unserer Terasse Haus Köster. Dahme

Abends hatten wir uns mit Heike und Grischa beim Griechen verabredet. Sie hatten schon am Nachmittag einen Tisch bestellt. Auch dort ist es immer sehr voll und daher sollte man lieber vorher einen Tisch reservieren.
Während des Essens erzählten sie uns, dass sie im Juni nächsten Jahres mit ihrer Tochter (die sie im Januar erwarten) in Großenbrode Urlaub machen wollten.
„Warum denn in Großenbrode?“ fragte ich erstaunt zurück. „Gefällt es euch plötzlich nicht mehr in Dahme?“
„Doch schon, aber wir wollen auch einmal woanders Urlaub machen. Wir haben auch schon eine Ferienwohnung in Großenbrode übers Internet gebucht.“
„Nun gut. Ich persönlich würde jedoch Dahme jederzeit vorziehen“ antwortete ich.
Nach dem Essen sprachen wir auch aufs Angeln und Bootfahren zu sprechen. Achim berichtete, dass wir nächste Woche noch einmal rausfahren wollten, aber schon fast alle Boote vom Angeltreff vermietet wären. Daraufhin antwortete Grischa, dass er auf der HP von Großenbrode gelesen hätte, dass man dort auch Boote mieten könnte. Und zwar wären das welche vom Wassersportzentrum Bielefeld. Im Internet hätte auch gestanden, sie würden auch Angelboote vermieten.
Das war ja eine interessante Nachricht. Ich beschloss mir die Seite im Internet anzuschauen.

Montag (11. Oktober 2010)
Gleich morgens nach dem Aufstehen fahndete ich im Internet nach der Seite vom Bootscenter Bielefeld und wurde fündig. Ich notierte mir sofort die Telefonnummer. Falls wir wider Erwarten in Neustadt kein Boot mehr bekommen sollten konnten wir ja immer noch bei dieser Telefonnummer anrufen.
Als Achim aufgestanden war rief er zuerst einmal bei Michael an. Michael sagte, dass es ihm nicht gehe. Er hatte wieder starke Schmerzen im operierten Knie. Er sagte, dass er gleich erst einmal zum Arzt gehen wollte. Da er noch nicht sagen konnte ob er überhaupt mit uns rausfahren könnte, schlug er uns vor, dass wir uns doch selber um ein Boot bemühen sollten. Er wollte sich jedoch am Abend noch einmal telefonisch bei uns melden und mitteilen, ob es ihm nach dem Arztbesuch besser ginge und er vielleicht dann doch mitfahren könnte. 
Nach dem Telefonat mit Michael rief Achim in Neustadt an. Man sagte ihm, dass alle eigenen Boote für diese Woche schon reserviert seien. Lediglich das Boot mit Steuerstand, welches dem früheren Besitzer Jens gehört, war noch am Mittwoch frei. Es kostete zwar fast doppelt soviel wie die anderen, aber das war uns nun auch egal. Hauptsache wir konnten noch einmal rausfahren. Also reservierte Achim das Boot für uns. Als ich das hörte ging in meinem Herzen die Sonne auf!
Mittags hatte sich endlich der Frühnebel verzogen und die Sonne kam raus. Wir beschlossen nach Großenbrode zu fahren und uns vor Ort beim Bootscenter zu erkundigen, wo man dort ein Angelboot mieten konnte und was es kosten würde.
Wir parkten den Wagen auf einem Parkplatz in der Nähe vom Yachthafen und gingen zum Bootscenter. Leider trafen wir im dort keinen an, d.h. das Büro war abgeschlossen. Es stand auch nirgends angeschlagen, wann dort geöffnet war. 
Wir schauten uns ein wenig im Yachthafen und an der Mole um und gingen dann zu unserem Auto.

Wassersportzentrum Großenbrode

Jachthafen in Großenbrode

Deich in Großenbrode

Deich in Großenbrode

Auf dem Parkplatz sprach uns ein Mann an und fragte, ob wir ihm sagen könnten wo die Seebrücke sie. Achim sah ihn grinsend an und meinte: „Ich würde sie da vermuten wo der Strand ist. Hier auf jeden Fall nicht. Hier ist der Yachthafen.“
Ich fragte ihn: „Darf ich mal das Buch sehen, was Sie da in der Hand halten?“ Es war der uns bekannte „Angelführer für Ostholstein“. Der Mann suchte die Seebrücke, weil er gelesen hatte, dass man dort angeln durfte. Und zwar seid einiger Zeit auch über Nacht!
Nachdem Achim ihm erklärt hatte wo er lang fahren musste setzten auch wir uns wieder ins Auto und fuhren zur Ortsmitte von Großenbrode. Bis auf einige wenige Leute war kaum etwas los. Der Ort wirkte auf uns recht verschlafen. Es gab zwar ein paar Restaurants, aber überall herrschte gähnende Leere. Wir schauten uns an und kamen überein: Hier würden wir auf keinen Fall Urlaub machen.
Wir gingen auf die Seebrücke, von der man jetzt auch angeln durfte. Selbst über Nacht durfte man bleiben, so stand es jedenfalls im Internet. Trotzdem würde ich einen Aufenthalt in Dahme jederzeit Großenbrode vorziehen.

Uschi auf der Seebrücke von Großenbrode

Blick von der Seebrücke auf Großenbrode

Der Strand von Großenbrode

Als wir wieder im Wagen saßen fragte ich Achim, ob wir am Abend noch einmal am Strand angeln wollten.
Er war überrascht: „Wenn du Lust hast, gerne. Aber dann müssen wir uns erst noch Wattwürmer besorgen.“
Also fuhren wir nach Heiligenhafen, wo wir ins Angelgeschäft Kott gingen und uns außer Wattwürmer auch noch zwei fertige Brandungsvorfächer kauften.
Als wir wieder in unserer Ferienwohnung waren war es schon kurz nach 15 Uhr. Wir zogen uns sofort fürs Angeln an und packten unsere Siebensachen zusammen. Je eher wir am Strand waren, umso größere Chancen hatten wir auf einen guten Platz.
Dieses Mal liefen wir nicht voll bepackt am Strand entlang. Achim fuhr bis zu der Stelle wo wir angeln wollten. Wir mussten lediglich von der Straße zum Strand runter gehen. Als unsere Angelsachen ausgeladen waren fuhr Achim das Auto zum Taucherparkplatz und ließ es dort stehen. 
In der Zwischenzeit steckte ich schon einmal unsere Ruten zusammen und montierte die Vorfächer auf den Wirbel. Ich entschied mich für die Stelle rechts von Achim. Statt eines Krallenbleies wählte ich ein stinknormales 100g Blei.

Brandungsangeln an der Steilküste von Dahme

Brandungsangeln an der Steilküste von Dahme

Uschi wartet beim Brandungsangeln auf einen Biss.

Achim beim Drill beim Brandungsangeln an der Steilküste von Dahme

Kurz bevor die Sonne am Horizont verschwand biss bei Achim ein Plattfisch an. Dies war ein sicheres Zeichen, dass die Dorsche noch nicht da waren.

Achim mit einer schönen Platte beim Brandungsangeln in Dahme

Achim mit einer schönen Platte beim Brandungsangeln in Dahme

Voll konzentrierte schaute ich auf meine Rutenspitze, doch ich konnte nicht den kleinsten Zupfer bemerken.
Als es schon fast dunkel war kamen Heike und Grischa mit Asterix. Sie hatten einen Abendspaziergang am Strand gemacht und blieben bei uns bis 20 Uhr. Genau wie letzte Woche auch, als wir zum Brandungsangeln waren, biss um 19.15 Uhr bei Achim ein weiterer Fisch an. Es musste sich um ein größeres Exemplar gehandelt haben, denn die Rute neigte sich ganz schön tief zum Wasser. Er konnte den Fisch auch ein paar Meter lang drillen, dann war er ab!
Den nächsten Biss bekam Achim als Heike und Grischa schon wieder gegangen waren.

Heike, Grischa und Asterix auf Besuch

Achim mit einem Dorsch beim Brandungsangeln an der Steilküste von Dahme

Ein Dorsch von ca. 45 cm hing am Haken. Warum sich bei mir nichts tat war mir schleierhaft. Ich holte die Rute wieder rein und wechselte die Köder aus. Dann warf Achim für mich die Rute aus. Einen Moment später bekam Achim eine Meldung. Dieses Mal war der Dorsch untermaßig, so dass er wieder schwimmen durfte. In der Zwischenzeit war ein weiterer Angler an den Strand gekommen, der links von Achim seine Sachen aufbaute. Auch er fing nach einiger Zeit einen schönen Dorsch. Nur ich blieb ohne Fische!
Als Achim seinen dritten Dorsch gefangen hatte tat ich ihm leid und er schlug mir vor die Plätze zu tauschen.
„Es ist doch total egal wo ich angel. Bei mir tut sich nichts. Warum weiß ich nicht, aber bleib du dort. So fängst wenigstens du ein paar Fische.“

Achim mit einem Dorsch beim Brandungsangeln an der Steilküste von Dahme

Achim mit einem Dorsch beim Brandungsangeln an der Steilküste von Dahme

Am Himmel war fast keine Wolke mehr zu sehen, nur die Sterne funkelten um die Wette.
Ab und zu sah ich eine Sternschnuppe und natürlich wünschte ich mir jedes Mal etwas. Aber wie das nun mal ist: Kein Wunsch geht immer in Erfüllung! Selbst als ich mir bei der 10. Sternschnuppe das Gleiche wünschte passierte es nicht. Auf den Himmel ist also auch nicht mehr Verlass!
Während ich auf das leuchtende Knicklicht an der Rutenspitze schaute überlegte ich, an was es wohl liegen könnte, dass bei mir kein Fisch biss. Ich hatte das gleiche Vorfach wie Achim gewählt, deshalb konnte das nicht der Grund sein. Vielleicht lag es ja daran, dass Achims Rute fast einen Meter länger als meine war. Oder aber die neue Keulenschnur lief nicht so gut durch die kleinen Ringe an der Feederrute, so dass ein weiterer Wurf nicht möglich war.
Nachdem ich meine Überlegungen abgeschlossen hatte ging ich zu Achim und sagte: „ich werde mir fürs nächste Mal eine richtige Brandungsrute kaufen.“
Achim antwortete: „Aber du hast doch mit der Feederrute schon schöne Dorsche und auch Platten gefangen. Die Rute kann nicht der Grund sein.“
„Stimmt. Also liegt es doch an der Schnur. Dann werde ich wieder die Spule wechseln und die 30er monofile Schnur nehmen. Aber in diesem Jahr ist es ja das letzte Mal, dass wir in der Brandung angeln.“
Als ich mich wieder auf den Weg zu meinem Platz machte biss bei Achim der nächste Fisch an. Dieses Mal war es wieder ein Plattfisch. Das war recht komisch. Sollten die Dorsche sich wieder weiter nach draußen begeben haben?
Das Wetter war zwar für mich ganz angenehm, denn es war relativ windstill und auch nicht so kalt. Aber zum Dorschangeln ist ein auflandiger Wind der Stärke 4 – 7 bft. und ein bedeckter Himmel ideal. Beide Voraussetzungen lagen nicht vor. Diese hatten wir in der letzten Woche gehabt, und da hatten wir, pardon, Achim, eindeutig mehr gefangen.
Ich blieb geduldig, wenn auch recht betrübt, auf meinem Stuhl sitzen und schaute mir Achims Rute an. Doch nach der letzten Scholle biss auch bei ihm kein Fisch mehr.
Unser Angelnachbar war schon gegangen, da packten auch wir endlich unsere Angelsachen zusammen.
Als wir wieder in der Wohnung waren war es schon nach 23 Uhr. Michael hatte sich leider nicht mehr bei uns gemeldet.
Achim packte die gefangenen Fische in einen Gefrierbeutel und legte sie dann in den Kühlschrank.

Dienstag (12. Oktober 2010)
Am anderen Morgen fühlte ich mich nicht so kaputt wie die Woche vorher, wo wir auch abends am Strand geangelt hatten.
Abends wollten wir wieder mit Heike und Grischa zusammen das Fußballspiel Kasachstan gegen Deutschland im Fernsehen anschauen und auch grillen.
Wir fuhren nach Cismarfelde und kauften bei der Landschlachterei Meier für abends die Grillsachen ein. Als wir wieder in Dahme waren brachten wir die Grillsachen bei Heike und Grischa vorbei. Anschließend parkten wir den Wagen bei Edeka, wo wir noch Brot für den Abend einkauften. Dann gingen wir zur Sparkasse um endlich das Knöllchen, welches ich in Kellenhusen erhalten hatte, zu bezahlen. Auf dem Rückweg kamen wir am Bauernladen vorbei.
„Sollen wir mal reinschauen, was es bei denen gibt?“ fragte ich Achim.
„Können wir machen.“
Draußen lasen wir auf einem Schild, dass es täglich einen Mittagstisch gab.
Spontan entschieden wir uns zu bleiben. Wir setzten uns auf eine Holzbank und bestellten uns einen Eintopf.
Als wir wieder bei unserer Ferienwohnung waren fragte uns Herr Köster, ob wir jetzt Zeit hätten uns die Ferienwohnungen in dem andern Haus anzuschauen. Die untere linke war gerade vermietet, aber die untere rechte war frei. Wir waren über die schöne Ausstattung erstaunt . Es gab u.a. einem Herd mit Ceranfeld und im Wohnzimmer stand ein Flachbildschirm. Die hellgrünen Polstermöbel waren aus Velours. Der ganze Fußboden war gefliest und hatte eine Fußbodenheizung.
Die linke Wohnung, so erzählte uns Herr Köster, läge etwas besser als die rechte. Dort sei morgens auf der Terrasse der Sonnenaufgang zu sehen. Mittags und nachmittags würde die Sonne ins Wohnzimmer scheinen und abends könne man um die Ecke den Sonnenuntergang beobachten.
Als wir abends bei Heike und Grischa waren sagte Grischa während des Fußballspiels plötzlich, dass sie es sich überlegt hätten und nun im nächsten Sommer doch nicht nach Großenbrode sondern wieder nach Dahme fahren wollten.
Über diese Aussage freute ich mich sehr, denn vielleicht würden wir zu der Zeit ja auch ein paar Tage in Dahme sein. Achim wusste natürlich nichts von meinen Plänen. Aber ich konnte doch nicht so lange auf mein Enkelkind verzichten!
Deutschland gewann auch dieses Fußballspiel mit 3 : 0. Das Spiel hatte schon um 19 Uhr angefangen und so konnten wir relativ früh wieder zurück in unsere Wohnung gehen.

Mittwoch (13. Oktober 2010)
Auch an diesem Tag schellte schon um 5 Uhr der Wecker. Als ich auf die Terrasse ging funkelten die Sterne am Himmel. Es war kein Wölkchen auszumachen. Dafür war es aber bitterkalt.
Als wir ins Auto steigen zeigte das Thermometer ganze 2° C an! Dass es sooo kalt war hätte ich nun doch nicht geglaubt. Ich ging zurück in die Wohnung und holte mir vorsichtshalber noch meine dicke schwarze Weste mit Kapuze. Frieren wollte ich auf dem Boot keinesfalls. Wenn es mir wider Erwarten doch zu warm werden sollte konnte ich ja jederzeit die dicke Weste wieder ausziehen.
Wir waren erst ein kurzes Stück aus Dahme raus, als ein paar Rehe vor unserem Wagen auftauchten. Da uns das schon sehr oft auf dem Weg nach Neustadt passiert ist, schaue ich während der Fahrt immer sehr genau auf die Straßenränder.
Während der Fahrt kletterte das Thermometer bis auf 5° C, doch als wir in Neustadt ankamen zeigte es wieder nur 2° C an.
Wir waren die Ersten am Hafen. Kurz nach 7 Uhr kam der neue Besitzer vom Angeltreff und zeigte uns, welches Boot wir nehmen konnten. Da es keine Halterung für den Rutentransport gab konnten wir jeder nur eine Rute zum Schleppen und eine weitere fürs Grundangeln mitnehmen.

Achim bei der Übergabe des Kleinbootes im Hafen von Neustadt

Unser Kleinboot im Hafen von Neustadt

Unser Kleinboot im Hafen von Neustadt

Bei dichtem Nebel verließen wir gegen 7.30 Uhr als erstes Boot den Hafen. Auf dem Wasser konnten wir mehrere große Schiffe erahnen, die sich später, als sich der Nebel lichtete und die Sonne durchkam, als Schiffe der Marine herausstellten. Ich hatte mich schon gewundert, dass sie nicht wie sonst immer im Hafen gelegen hatten. Auch das Boot der Küstenwache konnte ich im Hafen nicht entdecken. Es war irgendwo draußen unterwegs. Wo man auch hinschaute sah man Markierungen im Wasser. Es handelte sich um Netze, die die Fischer gespannt hatten. Außerdem hatten sie viele Reusen ausgelegt, so dass wir gar nicht wussten wo wir hinfahren sollten. Wir mussten uns regelrecht durchschlängeln, bis wir eine freie Fläche auf der Ostsee fanden.

Achim beim Drill bei Nebel in der Neustädter Bucht

Achim wollte zu der Stelle fahren wo wir schon des Öfteren viele Dorsche gefangen hatten. Aber das war nicht möglich, denn genau dort lag ein Schiff der Marine. Es war, wie die anderen auch, zu Übungszwecken rausgefahren.
Also wählte er eine andere Strecke. Wir versuchten es zuerst mit Schleppen. Ich wählte einen weiß-roten Wobbler, Achim einen blau-silbernen.
Doch wir bekamen keine Bisse. Wenn sich die Rute neigte, dann zeigte es uns an, dass sich Kraut am Wobbler gesammelt hatte. Überhaupt trieb sehr viel Kraut im Wasser. Und es waren auch massenhaft Quallen unterwegs. 
An einer Stelle, wo das Echolot 14 Meter anzeigte, hielt Achim das Boot an. „Was meinst du? Wollen wir es hier einmal probieren?“ fragte er. „Du hast ja gesehen, schleppen ist nicht drin bei dem vielen Kraut.“
„Von mir aus. Obwohl mir der Besitzer vom Angeltreff sagte, dass sie gestern die meisten Fische in einer Tiefe von 7 bis 8 Metern gefangen haben. Aber wir können es ja ruhig einmal probieren ob sich was tut.
Wir montierten an unsere Balzer Softpilk-Ruten ein Dorschvorfach mit zwei Haken, auf die wir Watwürmer steckten. Dann ließen wir den Köder auf den Meeresgrund runter.
Es war kurz nach9 Uhr als ich den ersten Biss hatte. „Schatz, ich habe einen!“ sagte ich zu Achim. „Mach schon mal den Kescher bereit.“ Ich hatte geglaubt einen Dorsch am Haken zu haben, aber ich hatte mich getäuscht. Statt eines Dorsches hing ein schöner Plattfisch an Haken.

Achim mit einer schönen Platte in der Neustädter Bucht

Er hatte den Haken tief im Maul, so dass es nicht möglich war ihn herauszuholen ohne den Haken kaputt zu machen. Deshalb sagte ich zu Achim: „Pass auf, dass du nicht den Haken kaputt machst.“
Achim schnitt mit dem Messer den Kiemendeckel vom Körper beginnend bis zur Maulspalte auf, wobei er die Mundschnur auf die andere Seite zog, damit er sie nicht versehentlich zerschnitt. Als er den Kiemendeckel aufklappte lag der Haken frei und er konnte ihn unbeschadet herausnehmen.
Ich bestückte die Haken mit neuen Wattwürmern und ließ den Köder wieder auf Grund. Zuerst tat sich nichts und ich wollte die Rute schon wieder reinholen als ich sah wie die Rutenspitze zu zittern anfing.
Es dauerte ca. 20 Minuten bis ich endlich wieder ein Zittern in meiner Rutenspitze bemerkte. Sofort rief ich Achim zu: „Ich habe schon wieder einen!“
Dieses Mal war es tatsächlich ein Dorsch der am Haken hing. Und zwar ein recht großer, den Achim auch dieses Mal wieder für mich kescherte. Als er ihn aus dem Kescher genommen hatte bat ich ihn den Fisch auch gleich vom Haken zu befreien.
Nachdem er auch das erledigt hatte sagte ich zu Achim: „Halt ihn mal für ein Foto“.
„Aber das ist doch dein Fang.“
„Das ist egal“, antwortete ich. „Hauptsache wir haben ein Foto von dem Fisch. Wer ihn hält ist nicht wichtig.“

Achim mit einem schönen Dorsch in der Neustädter Bucht

Nach diesem schönen Fang versuchten wir es zuerst weiter an der Stelle. Nach einiger Zeit fuhren wir zurück und versuchten noch einmal unser Glück. Und tatsächlich fing ich dort gegen 10.30 Uhr noch einen zweiten Dorsch.

Ein schöner Dorsch im Netz

Inzwischen waren wir bis auf ca. 8 m bei nur sehr, sehr wenig Drift abgetrieben, als Achim sagte, dass ich meine Rute reinholen sollte, weil wir an eine andere Stelle fahren wollten.
Mit der einen Hand steuerte er das Boot, in der anderen hielt er sein Smartphon. Michael hatte uns noch als wir in Oerlinghausen waren die GPS-Daten durchgegeben, wo er an einem Wrack, welches in 12 Meter Tiefe lag, viele große Fische auf dem Echolot gesehen hatte. Er gab uns den Tipp, es doch dort einmal zu versuchen, wenn wir in Neustadt rausführen. Achim fuhr nach den gespeicherten Daten. Als wir an der angegebenen Stelle ankamen piepste das Echolot ständig, weil es Fische geortet hatte. Obwohl wir uns große Mühe gaben biss keiner der Fische an. Meistens handelte es sich bei der Ortung um Schwärme, die sich im Mittelwasser aufhielten. Wir vermuteten, dass es sich dabei um Heringe handelte. Aber wir hatten nicht vor an diesem Tag Heringe zu fangen. Wir wollten Dorsche. Nach einer Dreiviertelstunde fuhren wir weiter. Hier lohnte sich das Warten nicht. Vielleicht war aber auch gerade Beißflaute, schließlich war es schon um die Mittagszeit.

Uschi bei Sonnenschein in der Neustädter Bucht

Der Steuerstand unseres Kleinbootes

Uschi bei Sonnenschein in der Neustädter Bucht

„Was meinst du“, fragte mich Achim, „sollen wir mal Richtung Pelzerhagen fahren? Dort haben wir doch letztes Mal ganz gut gefangen.“
„Das ist eine gute Idee. Hier tut sich ja absolut nichts. Vielleicht beißen sie heute aber auch nicht auf Lebendköder. Aber ich habe keine Lust die vielen Wattwürmer wieder umsonst gekauft zu haben. Ich werde es weiter damit probieren.“
Es dauerte einige Zeit, bis wir an der gewünschten Stelle ankamen. Doch dann dauerte es nicht allzu lange und Achim fing endlich auch einen Dorsch. Einige Zeit später kam der nächste Biss. Dieses Mal hing an seinem Haken ein Wittling, auf der Speisekarte auch Merlan genannt.

Ein schöner Wittling aus der Ostsee

„Nun gut“, dachte ich. „Wenn die Dorsche nicht wollen und stattdessen Wittlinge beißen ist das auch okay.“
Ich holte meine Rute rein und beköderte die Haken mit frischen Würmern. Es war schon fast halb Drei als ich endlich wieder einmal eine Meldung bekam. Doch statt eines Wittlings hing an meinem Haken ein Plattfisch.
Kurz darauf hatte Achim gleich doppeltes Glück: An beiden Haken hing ein schöner Wittling. Als wir beschlossen weiter zu fahren und ich meine Rute hoch holte spürte ich plötzlich einen Ruck im Blank. Ein gieriger Plattfisch hatte sich noch in letzter Minute den Köder geschnappt.

Achim mit einer schönen Platte in der Neustädter Bucht

Inzwischen war der Nebel um uns herum fast ganz verschwunden und die Sonne schien. Mit so einem herrlichen Wetter hatten wir nicht gerechnet. Auch nicht, dass es so warm werden würde. Meine Kapuzenweste, die ich vorsorglich noch eingepackt hatte, brauchte ich nicht. Nein, mir wurde sogar so warm, dass ich meine Jacke auszog und mir meine Sonnenbrille aufsetzte.
Wir verließen die Angelstelle und fuhren etwas näher an die Küste heran. Dann hielt Achim an um die gefangenen Fische, es waren insgesamt 6 Dorsche, die alle um die 60 cm groß waren, und 3 Plattfische und 3 Wittlinge.

Die Möwen warten auf ihren Anteil

Die Möwen warten auf ihren Anteil

Die Möwen warten auf ihren Anteil

Während Achim die Fische ausnahm bzw. filetierte versuchte ich weiterhin noch ein paar Fische zu fangen. Doch es tat sich absolut nichts mehr.

Auf der Rückfahrt in den Neustädter Hafen

Auf der Rückfahrt in den Neustädter Hafen

Auf der Rückfahrt in den Neustädter Hafen

Auf der Rückfahrt in den Neustädter Hafen

Es war kurz vor 17 Uhr als wir wieder im Hafen waren.

 

Auf der Rückfahrt nach Dahme fühlte ich mich eigentlich ganz entspannt. Ich fragte Achim ob wir später noch auswärts essen wollten. Er meinte jedoch wir hätten genug im Kühlschrank. Das stimmte. Im Bauernladen hatten wir uns u.a. auch eine fertige Linsensuppe mitgenommen.
Zuerst einmal versorgten wir wieder unseren Fang. Nachdem Achim ihn in der Kühltruhe untergebracht hatte aßen wir die Suppe mit ein paar Würstchen. Normalerweise schaue ich mir im Fernsehen immer die „Küstenwache“ an, aber an diesem Abend konnte ich meine Augen einfach nicht aufhalten. Ich schlief noch während der Film lief auf dem Sofa ein. Dabei hatte ich mich auf der Rückfahrt gar nicht kaputt gefühlt. Es liegt wohl doch an meinem Alter, dass ich jetzt abends immer so platt bin. Jedenfalls wenn wir stundenlang und vor allen Dingen abends, zum Angeln waren.

Donnerstag (14. Oktober 2010)
Am Morgen war der Himmel zuerst bedeckt und es sah nach Regen aus. Doch dann verzogen sich die Wolken und die Sonne kam durch.
Wir nutzten das schöne Wetter aus und fuhren noch einmal nach Kellenhusen. Zuerst wollten wir in ein Restaurant einkehren, doch dann überlegten wir es uns und fuhren zurück nach Dahme. Wir machten uns etwas zu essen und gingen dann noch einmal auf einen Spaziergang auf die Promenade. Obwohl schon einige Wolken aufzogen setzten wir uns bei Blöser auf die Strandterrasse und tranken ein Bier.

Achim läßt sich das Weizen auf der Terasse von Blöser schmecken.

Immer wieder schoben sich dunkle Wolken vor die Sonne, so dass wir uns auf den Rückweg machten.
Um 18 Uhr holten uns Heike und Grischa ab. Wir fuhren nach Kellenhusen, wo wir ins Restaurant Passat gingen. Leider gab es keine Karte mit Wildgerichten mehr. Doch auch die anderen Gerichte waren sehr lecker.
Da wir nur noch den nächsten Tag in Dahme waren beschlossen wir bei uns den Kasten Bier leer zu machen. Es war schon kurz nach Mitternacht als die letzte Flasche leer war.

Freitag (15. Oktober 2010)
In der Nacht wurde ich vom Regen, der an die Scheibe trommelte, wach. Schnell drehte ich mich noch einmal um. Bei dem heftigen Regen lohnte es sich auf keinen Fall so früh aufzustehen, dachte ich und schlief sofort wieder ein.
Ich erwachte erst gegen 8 Uhr. Ein zaghafter Blick nach draußen zeigte mir, dass es immer noch regnete. Erst kurz vor Mittag hörte der Regen auf und die Sonne zeigte sich wieder. 
Trotzdem war es ein unangenehmes Wetter. Es blies ein kräftiger Wind vom Norden. Das Wetter lud kaum zum Spaziergehen ein.
Kurzerhand fing ich an schon einmal ein paar Sachen in die Reisetaschen zu packen. Achim sortierte in der Zwischenzeit unsere Angelsachen und legte sie im Schuppen zurecht.
Als Achim die Wohnung betrat seufzte ich gerade laut. „Was hast du denn, dass du so stöhnst?“
„Ach, ich weiß nicht wohin mit den vielen Sachen, die ich mir gekauft habe. Das nächste Mal nehme ich eine leere Reisetasche mit.“
Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass Achim sagte: „Warum musstest du auch so viel kaufen“. Doch er antwortete: „Lass die Sachen doch in den Tüten, die du bekommen hast. Das bringen wir auch so im Auto unter.“
Als wir gegen 17 Uhr die Wohnung verließen und uns auf den Weg zum Kum-Luk machten fing es zu nieseln an. Wir beobachteten kurz vor der Seebrücke einen Schwarm Wildgänse, die sich dort versammelt hatten. Sie waren auf den Weg in wärmere Gefilde und ich beneidete sie ein wenig. Ich wäre auch gerne in eine Gegend aufgebrochen wo es schön warm ist. Doch uns bestand sicher wieder ein sehr kalter und langer Winter bevor.

Wildgänse auf der Ostsee am Strand von Dahme.

Als sie sich zum Himmel erhoben gingen wir weiter. „Wollen wir noch kurz auf die Seebrücke und den Anglern ein wenig zuschauen?“ fragte Achim.
Wir blieben nur ein paar Minuten, denn plötzlich fing es stark zu regnen an. Schnell gingen wir weiter zum Kum-Luk. Wir kamen zur gleichen Zeit an wie Heike und Grischa. Wie immer waren im Restaurant alle Tische besetzt. Aber wir hatten ja schon am Vortag einen Tisch für uns reservieren lassen und waren froh, dass wir nicht wieder wie viele andere Gäste umdrehen mussten.
Da es immer noch am Regnen war als wir das Restaurant verließen setzten uns Heike und Grischa, die mit dem Auto gekommen waren, vor unserer Ferienwohnung ab.

Samstag (16. Oktober 2010)
Wenn die Sonne geschienen hätte wäre uns der Abschied von Dahme sicher nicht leicht gefallen. Aber es hatte die ganze Nacht durchgeregnet und als wir uns daran machten den Wagen zu beladen regnete es immer noch.
Gegen 10.30 Uhr fuhren wir Richtung Heimat, wo wir um 14 Uhr glücklich wieder ankamen.
Heike und Grischa hatten noch im Kum-Luk gefrühstückt und waren eine Stunde nach uns abgefahren. Auch sie kamen ohne Probleme und lange Fahrtzeit gegen 15 Uhr zuhause an.


Oerlinghausen, den 04.11.2010