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Achim Kluck

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Uschis Angelberichte und mehr...

Angelerlebnisse 2005

Teil 5

Herbststimmung am Neckar (22.10.05 bis 01.11.05)

Schon im Sommer hatten wir beschlossen Ende Oktober wieder nach Rockenau zu fahren. Dieses Mal wohnten wir in der unteren Ferienwohnung der Familie Weis, von welcher wir einen direkten Zugang in den Garten hatten. 
Ich freute mich schon riesig auf die Zeit in Rockenau, hatte nur große Bedenken, wie das Wetter werden würde. Schließlich stand der November mit seinen kalten und nassen Tagen bevor. Und manches Jahr hatten wir schon im Oktober sehr schlechtes Wetter. Doch dieses Mal hatte es Petrus wieder einmal gut mit uns gemeint, denn bis auf die ersten 2 Tage, wo wir etwas Regen hatten, schien ab Mittags ständig die Sonne. Es war wirklich ein Goldener Oktober! Der Anblick der bunt gefärbten Bäume war eine Pracht. So wunderschön hatte ich es mir um diese Jahreszeit nicht vorgestellt.

Herbststimmung am Neckar

Wie immer fuhren wir früh morgens los um gleich den ersten Tag voll ausschöpfen zu können. Gegen 10 Uhr kamen wir am 22. Oktober in Rockenau an. Unser erster Weg führte uns in Eberbach an den Neckar. Da war er wieder, dieser wunderschöne Fluss, der uns im Sommer schon so viel Freude und gute Fänge bereitet hatte. Frau Weis begrüßte uns mit den Worten: „Wenn Familie Kluck kommt scheint immer die Sonne.“ Und so war es auch. Bis zum Abend hatten wir strahlend blauen Himmel, dann zogen zwar ein paar Regenwolken auf. Doch für die kommenden Tage sagte der Wetterbericht Temperaturen von 22° C voraus.
Herr Weis hatte die Angelstelle am Ende seines Grundstückes passend für uns drei (dieses Mal war auch unsere Tochter Heike mit von der Partie) hergerichtet, und auch 2 kleine Holzstufen angebracht. Natürlich probierten wir gleich am ersten Tag aus, ob wir dort wirklich zu Dritt sitzen konnten und wie dort dieses Mal die Chancen standen einen kapitalen Fisch zu fangen. Achim setzte sich links hin, Heike saß in der Mitte und ich ganz rechts. Obwohl wir dort mit insgesamt 6 Ruten angelten kamen wir uns nicht in die Quere. Gott sei Dank kamen an diesem ersten Angeltag nicht so viele große Frachter vorbei. Manche fuhren, sobald sie uns sahen, näher ans gegenüberliegende Ufer, einige jedoch kamen so nahe an uns heran, dass wir Angst um unsere Ruten haben mussten. Vorsorglich schalteten wir daher immer den Freilauf aus.

Uschi und Heike am Angelplatz im Garten der Familie Weis

Treppenstufen zum Angelplatz

Heike staunt über den großen Frachter

Und schon kommt der nächste

Heike, die vorher noch nie eine Barbe gefangen hatte, gab am ersten Tag sozusagen gleich den Startschuss. Als ihre Rute sich gefährlich nahe dem Wasser zuneigte und mehrere Meter Schnur von der Rolle gezogen wurden, wusste sie natürlich noch nicht, um welchen Fisch es sich am Ende ihrer Rute handeln würde. Um so grösser war ihre Freude, als sie schon im Wasser erkennen konnte, dass es sich bei dem Fisch tatsächlich um eine Barbe handelte. Die Barbe zählte zwar nicht zu den grössten ihrer bisher gefangenen Fische, wies aber immerhin eine Länge von 51 cm auf.

Heikes erste Barbe

Als es so richtig schön am Schütten war, bemerkte Achim,an seiner Rute einen Biss. Sofort erhob er sich von seinem geschützten Platz unter dem Angelschirm und ging im strömenden Regen zu seiner Rute. Er wartete noch einen Moment, dann schlug er an und drillte den Fisch. Schon im Wasser sahen wir, daß es ebenfalls eine Barbe war, die dem Köder nicht widerstehen konnte. Barben sind starke Kämpfer und es dauerte eine Weile, bis er sie ausgedrillt hatte und sie im Kescher landete. Sofort stand Heike mit dem Zentimetermaß neben ihm und mußte feststellen, daß Achims Barbe 4 cm größer als ihre war.

Achims Barbe von 55 cm

Die Schuppen glänzen silbern im Licht

Obwohl es rund um uns herum gewitterte, versuchten wir unser Glück mit Stückchen von eingefrorenem Köderfisch, in der Hoffnung, vielleicht einen Zander zu erwischen. Heike hatte auch einmal eine Meldung auf Fischfetzen, doch als sie anschlug hatte der Fisch leider nicht gehakt.
Um 23 Uhr packten wir unsere Angelsachen, denn es war ein langer Tag gewesen und bei uns Dreien machte sich die Müdigkeit breit.
Unser erster Angeltag im Herbst wurde regelrecht ein „Barbentag“, denn auch ich fing an diesem Abend noch eine, wenn auch bedeutend kleinere Barbe als die, die Achim und Heike gefangen hatten.

Heike hilft Uschi beim Keschern

Eine kleine Barbe ging Uschi an den Haken

Am nächsten Morgen (Sonntag, 23.10.) war ich wieder die erste, die wach war. Nachdem ich eine Tasse Kaffee getrunken hatte zog ich leise meine Angelsachen an und schlich mich zum Wasser. Während Heike und Achim noch schliefen fing ich schon den ersten Fisch, und zwar ein etwas (22 cm) grosses und ein etwas kleineres Rotauge, die ich für uns als Köderfische zur Seite legte. Gegen 11 Uhr sah ich Heike und Achim auf dem Balkon sitzen. Ich holte meine Ruten rein und ging zu ihnen, um eine heisse Tasse Kaffee zu trinken. 
Um 14 Uhr sassen wir bei Sonnenschein zu Dritt am Neckarufer im Garten. Gegen 17.30 Uhr war die Sonne verschwunden und es begann erneut zu regnen. Doch wir wollten mit dem Angeln noch nicht aufhören. Daher spannten wir unsere Angelschirme auf und schauten den Regentropfen zu, die auf die Wasserfläche klatschten. Heike und ich fingen an diesem Tag ein paar große Rotaugen. Achim hatte dagegen mehr Glück. Bei strömendem Regen kescherte er eine Barbe von 58 cm.

Achim schlägt an

Achim beim Drillen seiner Barbe

Die Rutenspitze neigt sich dem Wasser zu

Och! Musste das denn sein?

Achims Barbe von 58 cm

Kurz danach bekam er erneut einen heftigen Biss. Dieses Mal dauerte der Drill fast 10 Minuten. Die Rutenspitze neigte sich bedrohlich der Wasserfläche zu, aber Dank seiner neuen Shimano Rolle mit Kampfbremse konnte er die starke Barbe von 63 cm, die immer wieder heftige Fluchtversuche unternahm, trotzt 18er Vorfach- und 25er Hauptschnur sauber landen.

Schon wieder drillt Achim eine Barbe

Gleich wird die Barbe gekeschert

Schwer zu baendigen, das Prachtexemplar von 63 cm!

Achim ist stolz auf den schönen Fisch

So eine kampfstarke Barbe fängt man nicht jeden Tag!

Als es dunkel wurde wechselten wir unsere Madenköder gegen Fischfetzen und Tauwurmbündel aus, denn nun wollten wir Raubfische fangen.Ich hatte mir, wie bei unserem Sommerurlaub, den rechten Angelplatz ausgesucht, wo sich damals viele kleine Welse aufhielten. Gespannt lauschte ich auf das Geräusch meines Aalglöckchens an meiner Rhino-Rute. Immer wieder bimmelte es auch leise vor sich hin, doch wenn ich anschlug waren lediglich die Würmer vom Haken gezogen.
„Ich packe jetzt noch einmal ein paar Tauwürmer auf den Haken. Wenn die wieder ab sind, ohne dass ein Fisch beisst, dann höre ich mit dem Angeln auf und gehe in die Wohnung“, knurrte ich vor mich hin. Das muss Petrus wohl vernommen haben, denn um 21.45 Uhr bimmelte mein Glöckchen ohne Unterlass und es wurde auch etwas Schnur von der Rolle gezogen. Sofort war ich bei meiner Rute. „Mit mir nicht! Dieses Mal entkommst du mir nicht“, sprach ich zu dem unbekannten Würmerräuber. Ich schlug an und rief Achim und Heike zu: „Der sitzt! Ich habe einen dran!“ Sofort standen beide bei mir und sahen mir so gut es ging in der Dunkelheit beim Drillen zu. Tatsächlich hatte ich einen kleinen Wels am Haken!

Der erste kleine Herbstwaller

Uschis Babywaller

„Na bitte, mein Schatz. Es geht doch. Du bist unsere Wallerkönigin“, beglückwünschte mich Achim.
„Danke. Nur könnten sie endlich einmal etwas grösser werden. Hier scheint ein Wallerkindergarten zu sein, denn auch im Sommer habe ich dort immer nur kleine gefangen“, meinte ich etwas resigniert.
„Wird schon werden, mein Schatz.”

In so ein großes Mäulchen passt allerhand hinein

Am Montagmorgen war es erst sehr nebelig, doch gegen Mittag kam die Sonne durch. Am Nachmittag fuhren wir nach Zwingenberg ins Angelfachgeschäft Zöller um Sabine zu sprechen und mir ihr einen Termin zum gemeinsamen Angeln auszumachen. Aber sie war nicht da. Der Verkäufer gab uns auf unsere Fragen, ob und wie die Waller zur Zeit beissen würden, keine befriedigende Antwort. „Die Waller scheinen wieder in ihren Löchern zu sitzen. Schon seit Wochen werden kaum welche gefangen. Vielleicht hängt das mit der Abschaltung des Kraftwerkes zusammen. Dadurch ist die Temperatur im Neckar ja ein wenig gefallen. Das scheint sie irritiert zu haben“, meinte er.
Und weiter: „Ihr könnte es aber mal auf Zander probieren. Die beissen im Moment auch tagsüber sehr gut.“
Bevor wir wieder gingen sagte er uns, wo wir es auf Zander versuchen könnten. Auf der Rückfahrt nach Rockenau hielten wir an zwei Stellen in der Nähe von Lindau an und sahen nach, ob man dort angeln könnte. Beide machten einen vielversprechenden Eindruck. Nachmittags fuhren wir deshalb nach Lindau zurück, wo Achim eine Zeit lang mit der Wallerspinnrute und einem Blinker angelte. Heike und ich probierten mit je einer Posenangel ein Stückchen weiter aus, einen Döbel zu fangen, was uns jedoch nicht gelang.
Wir waren vielleicht gerade mal 10 Minuten am Angelplatz, als ein junger Schwan angeschwommen kam. Als er uns sah bettelte er um Futter. Nach einigen Minuten merkte er jedoch, dass er von uns kein Futter bekam und zog weiter. Da auf dem Neckar sehr viel Schiffsverkehr herrschte und das Blinkern nichts brachte, packten wir wieder ein und fuhren zurück nach Rockenau, wo wir erneut in den Garten zum Angeln gingen.

Heikes Ruten liegen im Rod Pod, Uschis stehen daneben

Die "rote Lola" kommt vorbei gefahren

Unsere drei Angelplätze im Garten der Familie Weis

Uschi und Heike freuen sich und warten der Dinge, die da kommen

Wir fingen an diesem Nachmittag zwar viele grosse Rotaugen, doch die Barben waren wie vom Erdboden verschwunden.
Gegen 22.15 Uhr hatte ich eine Meldung auf Tauwurm, doch als ich anschlug hing wieder kein Fisch am Haken. Lediglich die Köder waren abgefressen. Dann waren bestimmt wieder die kleinen Welse, vermutete ich. Als Heike etwas maulte, dass ich ja auch an der „Wallerstelle“ sässe und sie deshalb keinen fangen würde, tauschten wir unsere Plätze. Doch auch an dieser Stelle hatte sie hatte kein Glück. Um 23 Uhr wollten wir gerade Schluss machen, als ich erneut eine Meldung auf Tauwurm bekam. Sofort nahm ich die Rute in die Hand und schlug an. Wieder hatte der Fisch nicht gehakt sondern die Würmer vom Haken gezogen.
Der Dienstagmorgen (25.10.) war relativ kühl und sehr feucht. Trotzdem ging ich, während die anderen noch schliefen, zum Wasser und warf meine Ruten aus. Ich genoss die einzigartige Stimmung, die morgens am Wasser herrscht und mich für mein frühes Aufstehen belohnte. Am gegenüberliegenden Ufer beobachtete ich einen Fischreiher, der sich wie ein Indianer auf leisen Sohlen bewegte. Ihn zu beobachten machte mir grossen Spass. Ich angelte ca. 2 Stunden, dann hatte ich genug Rotaugen gefangen und ging in unsere Ferienwohnung um zu Frühstücken.

Ein schönes Rotauge hat Uschi gefangen

Solche großen Rotaugen sind zuhause selten zu bekommen

Mittags schien wieder die Sonne vom blauen Himmel und das Thermometer zeigte 18° C an. Wir fuhren erneut nach Zwingenberg, wo wir dieses Mal Sabine antrafen. Als wir sie fragten, ob sie denn nun endlich einmal mit uns angeln würde, sagte sie: „Na klar! Das habe ich euch doch versprochen. Wir können uns am Sonntagmorgen hier in Zwingenberg treffen und auf Zander angeln.“ Als sie mein enttäuschtes Gesicht sah, meinte sie schnell: „Die Waller beissen schon seit Wochen nicht, das braucht ihr erst gar nicht versuchen. Aber die Zander und Karpfen beissen jetzt gut. Es sind sogar schon sehr große Zander am Tage gefangen worden.“ Wir verabredeten uns für Sonntagmorgen 10 Uhr, doch ob ich tatsächlich hingehen würde, wusste ich in diesem Moment noch nicht.
Auf der Rückfahrt nach Rockenau sagte ich zu Achim, dass ich den Eindruck hätte, sie gönne uns „ihre“ Waller nicht. Achim beruhigte mich ein wenig und meinte, dass sie mit ihrer Aussage ja Recht haben könnte. Schließlich hätte der Verkäufer uns auch gesagt, dass die Waller nicht beissen würden.
Um 14.30 Uhr sassen wir drei erneut im Garten am Neckarufer. Heike war durch den Fang ihrer ersten Barbe so begeistert, dass sie immer wieder versuchte eine noch größere zu fangen. Nach einiger Zeit bemerkte sie auch einen Biss an ihrer Rute. Sie konnte die Barbe, die erheblich größer als ihre erste war, zwar bis ans Ufer drillen, doch als sie fast im Kescher lag verschwand sie plötzlich draus und Heike hatte das Nachsehen. Entweder hatte die Barbe nicht richtig gehakt oder aber das Vorfach war zu schwach. Über dieses Missgeschick ärgerte sie sich noch einige Zeit.
Achim angelte wie schon tags zuvor mit Futterkorb an seiner Feederrute, bekam auch mehrmals eine Meldung, aber auch ihm gelang es nicht eine Barbe zu fangen.

Und immer wieder kommen Frachtschiffe vorbei

Achim hat das Futterkörbchen für die Feederrute fertig

Ab 16 Uhr wechselte ich von Maden auf Fischfetzen um, was jedoch keinen Raubfisch anlockte. Zwei Stunden später knüpfte ich mehrere Tauwürmer auf einen 4er Wurmhaken und warf aus. Der Köder lag kaum im Wasser, als ich einen Zupfer an der Rutenspitze bemerkte. Doch als ich zur Rute hin ging war es wieder still. Eine Viertelstunde später holte ich die Rute rein - und die Würmer waren wieder ab!
Als es dunkel und auch etwas kälter wurde meinte Heike wir hätten deshalb kein Glück, weil wir noch keinen Schnaps getrunken hätten. „Achim, reich mal den Obstler rüber. Ich brauche jetzt einen Schnaps. Vielleicht fange ich dann ja einen Fisch“, sagte sie.
„Tut mir leid. Ich habe keinen dabei“, antwortete er. “Aber du kannst ja einen aus der Wohnung holen.”
Doch dazu war Heike zu faul. Also gab es nichts zu Trinken.
Eine halbe Stunde später kam unser Vermieter Herr Weis zu uns und brachte einen Eimer mit, in dem er 2 Flaschen Schnaps und 3 Flaschen Bier hatte. „Ich habe hier einen sehr leckeren Holunderblütenschnaps, den ihr unbedingt einmal probieren müsst.“

Ein nächtlicher Besucher am Angelplatz

Herr Weis bringt uns eine kleine Stärkung

Heike reicht den Obstler weiter

Na dann: Prost, auf einen guten Fang

Der Schnaps war sehr mild und schmeckte tatsächlich ausgezeichnet. Nachdem wir ihn getrunken hatten goss er uns einen anderen mit den Worten ein: „Dies ist ein Birnenschnaps aus Südtirol. Der schmeckt auch sehr gut. Und dann habe ich für euch noch eine Flasche Bier mitgebracht.“
Wir prosteten ihm zu und bedankten uns für die freundliche Aufmerksamkeit.
Als Herr Weis gegangen war holte ich meine Rhino-Rute wieder rein und bestückte den Haken mit frischen Tauwürmern. Da mir die Würmer ständig vom Haken gefressen wurden zog ich einen dicken fetten Tauwurm auf. Die anderen 2 konnten ruhig abgefressen werden.
Gegen 19 Uhr bemerkte ich an der Spitze meiner Rute, dass sich jemand an den Würmern zu schaffen machte. Sofort schaltete ich den Freilauf aus und schlug an. Kurz darauf drillte ich einen Waller von ca. 30 cm. Er hatte das Maul voller Würmer, so dass ich zu Achim sagte: „Das ist also der Räuber, der mir immer wieder die Würmer vom Haken gefressen hat.“

Wie kann man den Mund nur so voll nehmen?

Während ich zu Achim sprach und den Waller für ein Foto hielt, spuckte er plötzlich die anderen Würmer aus, als wollte er mir das Gegenteil beweisen.

Ein Wallermäulchen mit Würmern

Uschis zweiter Herbstwaller

Noch während Achim weitere Fotos von mir und dem Wels machte hatte Heike eine Meldung an ihrer Rute. Auf drei Maden hatte eine kleine Barbe gebissen. Eine halbe Stunde später fing sie erneut eine kleine Barbe.
Gegen 20 Uhr packten wir unsere Angelsachen. Als Heike gerade ihre 2. Rute reinholen wollte sah sie, wie die Spitze vibrierte. Sie schlug an und fing ihre dritte Barbe an diesem Abend. Nun war Heike zufrieden.

Und schon wieder hat Heike eine Barbe gefangen

Heikes nächtlicher Barbenfang

Als wir unsere Angelsachen in den Angelkeller der Familie Weis brachten standen dort die beiden Flaschen Obstschnaps. Herr Weis hatte uns, bevor er ging, gesagt, wir sollten uns vor dem Schlafengehen noch einen genehmigen - was wir auch taten.

Unser Rutensortiment im Angelkeller von Familie Weis

Zum Abschluss noch einen Obstler

Beim Abendessen meinte sie: „Ich habe doch gesagt, wir müssen erst einen Schnaps trinken, bevor wir Fische fangen.“
Achim meinte darauf grinsend: „Soll das heißen, du gehst nur noch mit Schnaps zum Angeln? Dass du mir jetzt nur nicht das Saufen anfängst!“
Mittwochmorgen um 7.30 Uhr zeigte das Thermometer schon 15° C an, so dass wir alle drei sehr früh am Wasser saßen. Achim fing zwar ein paar Rotfedern, aber ansonsten tat sich nichts. Normalerweise kommt alle 10 bis 15 Minuten ein Schiff vorbei. Aber an diesem Tag war ab 14.30 Uhr kein Schiffsverkehr mehr, was uns etwas wunderte. Auch konnten wir kaum eine Strömung bemerken. Vielleicht lag es daran, dass wir keine weiteren Bisse bekamen. Oder die Fische hatten sich an den Wetterumschwung noch nicht gewöhnt. Jedenfalls packten wir als es dunkel wurde unsere Sachen ein und machten es uns in der Ferienwohnung gemütlich.
Auch am anderen Morgen konnten Heike und ich keine Bisse bemerken. Ich hatte an diesem Morgen an beiden Haken Fischfetzen, in der stillen Hoffnung, vielleicht einen Zander zu fangen. Doch es tat sich auch bei mir nichts. Wir angelten von 9 Uhr bis 11.30, dann holten wir enttäuscht unsere Ruten rein.
Achim fragte uns, als wir bei ihm waren, ob wir an diesem Tag nicht einmal woanders als im Garten angeln wollten.
„Können wir. An welche Stelle denkst du denn?“ sagte ich.
„Ich dachte, wir fahren einmal zum Leinpfad und probieren es dort. Wir sollten den Fischen hier im Garten etwas Pause gönnen.“

Leinpfad bei Lindau

Unsere Angelstelle am Leinpfad

Achims Feederrute in einem stabilen Rutenständer

Der Kescher wartet darauf in Aktion zu kommen

Um 13.45 Uhr waren wir dort. Ich hatte meine Rhino-Rute mit dem Fischfetzen, den ich schon morgens am Haken hatte, ausgeworfen und harrte der Dinge, die da kommen würden. Große Hoffnung hatte ich nicht, denn es war wie schon morgens absolut windstill. Ich war gerade dabei den Haken der zweiten Rute zu bestücken, als ich merkte, dass Schnur von meiner Rolle ging. Zuerst dachte ich, dass käme davon, weil von links ein Schiff kam, doch ein Blick auf meine Rutenspitze zeigte mir, dass ein Fisch gebissen hatte. Schnell legte ich die andere Rute zur Zeit, griff nach meiner Rhino-Rute und schlug an.
„Hast du ihn dran?“ fragte mich Heike.
„Ja. Ich kann ihn spüren“, antwortete ich.
Achim hatte mitbekommen, dass ich am Drillen war. Als der Fisch in Ufernähe war sah er sofort, dass es ein Zander war.
Ich war über meinen Fang sehr überrascht und vor lauter Aufregung gingen mir die Knie. Während Achim filmte wurde ich immer nervöser, denn nun hatte mich erneut das Angelfieber gepackt. „Wo einer ist, da sind bestimmt noch mehr“, dachte ich.

Mittags um 14 Uhr biss ein Zander

Solche scharfen Zanderzähne können zupacken

Uschis 51er Zander

Erst als meine Ruten wieder im Wasser waren kam ich allmählich zur Ruhe. „Ich kann es immer noch nicht glauben. Um 14.10 geht mir ein Zander an den Haken!“ sagte ich zu Heike. „Ja, du hast immer Glück. Ich habe noch nie einen Zander gefangen“, antwortete sie.
„Wart’s ab. Du wirst sicher auch noch einen fangen.“
Während wir gespannt auf die Spitzen unserer Ruten schauten kam der Schwan, den wir zwei Tage vorher schon gesehen hatten, angeschwommen. Wieder bettelte er um Futter. Dieses Mal hatte Heike ein Butterbrot dabei, was sie ihm grosszügig überliess. Als er alle Brotbrocken aufgefressen hatte sah er sie weiter bettelnd an. „Ich habe nichts mehr“, sagte sie zu ihm. Doch das schien er nicht verstanden zu haben. Kurzerhand begab er sich ans Ufer und kam aus dem Wasser Fauchend ging er auf sie zu. Heike bekam es mit der Angst zu tun und rief mich um Hilfe. Aber statt den Schwan wegzujagen ging ich zu Achim. „Der Schwan ist bei Heike und faucht sie an. Nimm die Filmkamera und komm mit“, meinte ich.

Ein junger Schwan besucht uns am Angeplatz

"Ich habe Hunger. Wo bleibt das Fressen?"

Der Schwan sucht nach weiteren Fischfetzen, die er Heike stiebitzen kann

Ob da wohl etwas am Grund zu finden ist?

Wir waren gerade wieder bei ihr, als wir sahen, wie er mangels Brotstückchen sich über ihren Fischfetzen hermachte.
„Das kann doch nicht wahr sein! Jetzt frisst er auch noch meinen Köder auf!“ meinte sie sprachlos.
Immer wieder kreiste er um ihren Stuhl, in dem sie saß, was ihr grosse Angst machte. “Nun helft mir doch und jagt ihn endlich weg” rief sie. Doch der Schwan wollte einfach nicht zurück ins Wasser. Erst als Achim auf ihn zuging watschelte er in sein nasses Element zurück. Später kam ein Ehepaar vorbei, die den jungen Schwan regelmäßig fütterten. Wir erfuhren von ihnen, dass sie ihn vor ca. 3 Monaten gefunden hatten. Die Eltern des Schwans waren tot. Ein Fuchs hatte sie gerissen.
Es wurde schon langsam dunkel, als ein Kreuzfahrtschiff an uns vorbei zog. Wie wir erkennen konnten, waren die Passagiere gerade auf dem Weg zum Abendessen. Sofort meldete sich auch mein Magen, denn wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gegessen. Ich ging zu Achim und fragte ihn, ob wir nicht einpacken wollten. Er sagte zu, denn bis auf einen Kaulbarsch, den Achim mittags gefangen hatte und mein Zander, ging uns kein weiterer Fisch an den Haken.

Nicht nur Frachtschiffe, auch Kreuzfahrtschiffe kommen ab und zu vorbei

Das Kreuzfahrtschiff auf dem Weg zur Schleuse Rockenau

Also packten wir unsere Angelsachen zusammen und fuhren nach Zwingenberg, um im Gasthaus „Zur Wolfsschlucht“ zu essen.
Am Freitag, dem 28.10., fuhren wir, nachdem wir unseren Einkaufen in Eberbach erledigt hatten, noch einmal zum Angelgeschäft Zöller, wo wir uns mit frischen Ködern eindeckten. Anschliessend fuhren wir an die gleiche Angelstelle wie Tags zuvor. Außer uns waren auch dieses Mal noch weitere Angler da, was uns zeigte, dass diese Angelstelle sehr beliebt war.
Wir hatten noch nicht einmal unsere Ruten ausgeworfen, als der junge Schwan sich wieder blicken ließ. Dieses Mal hatte ich mehrere Scheiben Brot für ihn mitgenommen, so dass er erst gar nicht in die Versuchung kommen würde, uns unsere Fischköder zu klauen.
Am späten Nachmittag kam ein Auto angefahren. Es hielt neben uns. Drinnen sass ein junger Mann. Er fragte uns, wie es liefe.
„Es tut sich absolut nichts. Auch die anderen da hinten haben bislang nichts gefangen“, meinte Heike.
„Das ist blöde. Ich dachte, ich könnte hier ein paar Brassen fangen. Ich möchte nämlich heute Abend auf Waller gehen“, antwortete er.
„Die beißen im Moment doch nicht“, antwortete Heike.
Er schaute uns grinsend an und meinte dann: „Das stimmt nicht. Im Moment werden zwar nicht so große gefangen, aber Welse werden immer wieder gefangen. Wenn ich hier keine Köderfische bekomme, dann muss ich es woanders probieren.“
Er stieg wieder in sein Auto und fuhr davon.
Seine Worte bestätigten mich in meiner Vermutung, dass Sabine gar nicht daran dachte, mit uns auf Waller zu angeln. Zu Heike sagte ich: „Soll sie >ihre< Waller doch behalten. Wir brauchen ihre Hilfe nicht. Wir können auch alleine angeln. Und irgendwann fangen auch wir einen grossen Wels.“

Eine Wasserfläche wie ein Spiegel

Die buntgefärbten Bäume sind ein herrlicher Anblick

Da absolute Flaute herrschte beschlossen wir schon um 18 Uhr unsere Sachen zu packen und nach Eberbach ins Restaurant „Zur Sonne“ zu fahren, wo es diese herrlichen leckeren Schnitzel zu essen gab.
Am Samstagmorgen ging es Achim nicht besonders gut. Er hatte in der Nacht schlecht geschlafen und klagte über starke Magenschmerzen. Ich vermutete, dass er sich über Sabine geärgert hatte. Heike und ich fuhren nach Eberbach zum Einkaufen, während Achim sich aufs Sofa legte und seinen Magen mit Pfefferminztee beruhigte.
Als wir wieder zurück waren gab ich Achim erst einmal einen Magenschnaps zu trinken, dann gingen Heike und ich in den Garten zum Angeln. Nachdem Achim ein paar Tropfen von Frau Weis gegen seine Magenschmerzen eingenommen hatte, ging es ihm allmählich besser. Am Nachmittag kam er zu uns und konnte auch prompt eine kleinere Barbe landen. Ansonsten konnten wir an diesem Tag aber keine weiteren Bisse verzeichnen.
Sonntag waren wir pünktlich um 10 Uhr in Zwingenberg, wo uns Sabine schon erwartete. Es war zwar sonnig, aber es ging ein starker Ostwind, was die Bissanzeige erschwerte. Ich setzte mich ganz links gleich neben der Treppe, die zum Ufer ging, hin und Heike rechts von mir. Achim saß etwas weiter weg bei Sabine. Um uns zu verständigen, hatten wir wieder unsere Walkie Talkie dabei.

Ohne unser Walkie Talkie wäre die Verständigung manchmal nicht möglich gewesen

Sabine sitzt schon auf ihrem Angelplatz und wartet auf uns

Im Hintergrund Burg Zwingenberg

Auch Manuel versucht es noch einmal mit der Feederrute

buntes Herbstlaub am blauen Himmel

Uschi genießt die letzten herbstlichen Sonnenstrahlen am Neckar

Gegen Mittag hatte ich zwar eine Meldung auf Fischfetzen, aber als ich anschlug war der Fisch nicht dran. Ich besah mir meinen Köder und musste feststellen, dass er Haken nicht frei gewesen war. Über dieses Missgeschick ärgerte ich mich sehr. Vielleicht hätte ich ja wieder einen Zander gefangen. Man sollte doch vorher seine Montage gut überprüfen!
Ab und zu kamen ein paar Bekannte von Sabine vorbei, aber alle waren am klagen, dass die Fische nicht beißen wollten. Auch Manuel, so hieß der junge Mann, den wir 2 Tage zuvor am Leinpfad kennen gelernt hatten, kam zu uns. Er und seine Freundin Bettina hatten es ebenfalls eine lange Zeit vergeblich mit der Spinnrute versucht. Manuel warf an Sabines Angelplatz trotzdem noch einmal seine Feederrute aus, weil er gerne ein paar Köderfische gefangen hätte. Bettina erzählte uns, dass sie ebenfalls seit diesem Jahr einen Angelschein hat und schon viele grosse Fische gefangen hätte. Dazu zählte neben einem großen Karpfen auch ein Waller von 160 cm! Eine stolze Leistung.

Fachverkäuferin Sabine vom Angelgeschäft Zöller

Manuel aus Mosbach will mit uns im nächsten Jahr Waller angeln gehen

vorne rechts Manuels Freundin Bettina

Drei Weiber und ein Mann

Zum Mittagessen hatten Heike und Sabine für uns Pommes und Bratwurst aus einem Imbiss geholt. Als wir aufgegessen hatten waren ein paar Pommes übrig geblieben. Sabine saß in ihrem Stuhl, als sie plötzlich ein Rascheln vernahm. „Guck mal, hier sind ein paar kleine Ratten. Denen werde ich meine restlichen Pommes geben“, sagte sie. Achim stand gerade mit der Filmkamera neben ihr, als die Ratten wieder zum Vorschein kamen. Eine setzte sich genau unter Sabines Schuh und frass gemütlich. Eine zweite holte sich die Pommes und verschwand damit sofort wieder in ihrem Bau. Erst als sie alles aufgefressen hatten liessen sich die Ratten nicht mehr blicken.

Pst! Leise! Die Ratten sind wieder da.

Die Ratte frisst genuesslich unter Sabines Schuh

So ein Stueckchen Pommes ist was Feines!

Und nichts wie weg....

Die eine kommt, die andere geht

Ein possierlicher Anblick

Als Sabine sich am späten Nachmittag verabschiedete, blieben Manuel und Bettina noch etwas bei uns. Wir unterhielten uns einige Zeit über das Wallerangeln, dann fragten sie uns, ob wir nicht Lust hätten mit ihnen am nächsten Abend auf Waller zu angeln. Lust hatten wir schon. Sehr große sogar, aber da wir am Dienstag schon in der Frühe unsere Heimreise antreten mussten, wurde leider nichts daraus. Aber wir versprachen ihnen, am Montagmorgen bei Weis im Garten für sie ein paar Rotaugen zu fangen, die wir ihnen dann zu ihrer Angelstelle bringen wollten.
Wir tauschten unsere Telefonnummern aus und beschlossen schon einmal, dass wir garantiert im nächsten Jahr, wenn wir wieder einmal in Rockenau sein würden, gemeinsam auf Waller angeln würden.

Ein wunderschoener Herbsttag bei Zwingenberg am Neckar

Montagmorgen war ich schon sehr früh wach. Um 6 Uhr war es rundherum sehr nebelig und feucht, aber das hielt mich nicht ab die letzte Gelegenheit zu nutzen um noch ein bisschen zu angeln, denn mittags sollten unsere Angelsachen für die Heimfahrt am nächsten Morgen gepackt im Auto liegen.Heike, die sonst morgens auch immer sehr früh wach war, schlief an diesem Morgen länger und so sass ich alleine am Wasser. Ich schaute dem Nebel zu, der sich langsam verzog und die ersten Sonnenstrahlen durch liess. Die bunten Blätter der Bäume leuchteten in allen Farben. Nur über die Kormorane, die den Neckar rauf und runter flogen und auf Fische aus waren, war ich ärgerlich. Diese Fischräuber mochte ich überhaupt nicht.

Garten der Familie Weis

Die Obsternte ist vorbei, nun kann der Winter kommen

Als Heike sich später zu mir gesellte, hatte ich immer noch keinen Fisch gefangen. Ich wechselte die Maden gegen ein paar Dendrobena aus, in der Hoffnung, damit vielleicht eine Brasse zu fangen. Auf den anderen Haken steckte ich ein Stückchen Fischfetzen. Vielleicht würde ich ja doch noch einen Zander fangen, dachte ich hoffnungsvoll. Aber die Fische waren bei dem starken Ostwind immer noch nicht in Beißlaune. Lediglich Heike hatte etwas Glück und fing am letzten Angeltag noch eine Barbe.
Als wir mittags Manuel anrufen und fragen wollten, an welcher Stelle wir sie finden würden, war das Handynetz nicht zu erreichen. Erst als wir in Zwingenberg waren hatten wir wieder ein Netz. Aber wir konnten immer noch nicht telefonieren, denn die Leitungen waren inzwischen total überlastet. Im Angelgeschäft Zöller hörten wir, dass schon seit morgens keine Verbindungen möglich gewesen seien. Nur Ortsgespräche konnten geführt werden.
Wir erzählten Sabine, dass wir vom 08.05. bis 18.05.2006 wieder nach Rockenau kämen. Daraufhin meinte sie: „Dann können wir im Mai ja mal zusammen auf Aal gehen.“
Ich konnte meinen Ärger nicht für mich behalten und antwortete ihr: „Dafür brauchen wir nicht zusammen angeln. Aale fangen kann ich auch alleine. Wir wollten einmal gerne mit dir zusammen Waller fangen. Aber ich merke schon, dass wir das knicken können.“
Sie sagte darauf nichts. Kurz darauf verabschiedeten wir uns.
Bevor wir gingen fragten wir sie noch, ob sie wüßte wo Manuel und seine Freundin seien. Sie antwortete, die wären in Zwingenberg an der Brücke zum Zanderangeln. Diese Antwort wunderte uns, denn die beiden hatten uns doch gesagt, daß sie abends auf Waller gehen wollten. Wir fuhren ein paar Stellen ab, wo wir sie vermuteten, konnten sie aber nirgends ausfindig machen. Heike schrieb ihnen eine SMS und fragte: „Wo seid ihr?“ Prompt kam die Antwort: „Wir sind wieder zu Hause, da wir keine Brassen gefangen haben.“
Von wegen auf Zander angeln! Die beiden wollten Waller fangen – wie wir auch.
Leider hat es bis auf die beiden kleineren nicht geklappt. Aber Angler sind sehr zuversichtliche Menschen und daher geben wir die Hoffnung nicht auf. Wenn nicht heute, dann vielleicht morgen!

Oerlinghausen, den 06.11.2005